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Blechenschau verkürzt Wartezeit

Carl Blechens "Felslandschaft mit einem Einsiedler" aus dem Jahr 1822.
Carl Blechens "Felslandschaft mit einem Einsiedler" aus dem Jahr 1822. FOTO: Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz
Cottbus. Im Besucherzentrum in der Branitzer Gutsökonomie haben zur Zeit Bauleute und Ausstellungsgestalter das Zepter in der Hand. Bis Ende Juli entsteht hier am Eingang zum Branitzer Park Teil 2 der künftigen Dauerausstellung "Meister der Landschaft. Ulrike Elsner

Fürst Pückler und Carl Blechen". Auch der erste Teil der Exposition ist für die Zeit des Umbaus nicht zugänglich. Eröffnet werden soll die Gesamtausstellung Anfang August 2017.

Sowohl die Carl-Blechen-Gesellschaft als auch der Seniorenverband hatten kritisiert, dass Carl Blechens Bilder damit über viele Monate in Cottbus nicht öffentlich gezeigt werden. Jetzt zeichnet sich eine Wende ab. Wie Kulturamtsleiter Bernd Warchold die RUNDSCHAU informierte, wird in Branitz derzeit eine Kabinettausstellung vorbereitet, die dem Maler gewidmet ist.

Von Anfang Mai bis Ende Juli sollen in den Kabinetträumen des Branitzer Schlosses Werke von Carl Blechen, Malerkollegen und Schülern des gebürtigen Cottbusers gezeigt werden, berichtet Kustodin Dr. Simone Neuhäuser. Genutzt würden dafür die nach Osten hin ausgerichteten weniger belichteten Räume. "Die Cottbuser haben ein Recht darauf, Blechen zu sehen, und wir tun unser Möglichstes, das rund ums Jahr zu gewährleisten", sagt die Kustodin.

Mit der Kabinettausstellung soll die Bauzeit bis zur für Anfang August geplanten Eröffnung der neuen Dauerausstellung im Besucherzentrum überbrückt werden. Dort bieten sich nach den Worten von Simone Neuhäuser "absolut ideale Bedingungen" für die Präsentation der Bilder Carl Blechens.

Für Marion Bahrke, stellvertretende Vorsitzende der Carl-Blechen-Gesellschaft, ist das Problem damit allerdings nicht vom Tisch. "Die Lösung kommt zu spät, und die Ausstellungspause ist zu lang", kritisiert die engagierte Branitzerin im RUNDSCHAU-Gespräch. Immerhin würden die Werke Blechens von Anfang November bis Anfang Mai, also ein halbes Jahr lang, in Cottbus nicht präsentiert. Außerdem nutze Cottbus das Potenzial des Malers viel zu wenig fürs Stadtmarketing.

Die neue Dauerausstellung "Meister der Landschaft - Fürst Pückler und Carl Blechen", deren zweite Ausbaustufe derzeit in vollem Gange ist, setzt auf moderne multimediale Mittel und höchste museale Standards. Der entstehende Teil 2 soll auf einer Fläche von rund 400 Quadratmetern im Erdgeschoss Platz finden.

Gefördert wird das 355 000 Euro teure Projekt über das Programm Investitionen für nationale Kultureinrichtungen in Ostdeutschland. Die Hälfte der Kosten trägt der Bund. 127 500 Euro steuert das Land bei, 50 000 Euro die Stadt.

Zum Thema:
Der bedeutende deutsche Landschaftsmaler Carl Blechen ist am 29. Juli 1798 in Cottbus geboren. Er starb 1840 in Berlin, wo er als Professor für Landschaftsmalerei tätig war. Vor mehr als hundert Jahren hat der damalige Cottbuser Oberbürgermeister Paul Werner mit dem Kauf einiger Werke des "Malers des Lichts" den Grundstock zu einer Cottbuser Blechen-Sammlung gelegt. Aus diesem Fundus schöpft die im Frühjahr 2016 eröffnete Ausstellung "Carl Blechen (1798-1840). Die Cottbuser Sammlung".