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Bismarck und Vereinsausflügler

Alte Traditionen wurden am Wochenende beim Handwerker- und Bauernmarkt in Burg lebendig. Werner Groß und Angela Wilpert von den Wittmannsdorfer Butterfrauen zeigten, wie der leckere Brotaufstrich hergestellt wird.
Alte Traditionen wurden am Wochenende beim Handwerker- und Bauernmarkt in Burg lebendig. Werner Groß und Angela Wilpert von den Wittmannsdorfer Butterfrauen zeigten, wie der leckere Brotaufstrich hergestellt wird. FOTO: Hirche/jul1
Burg. Die 16. Auflage des Handwerker- und Bauernmarktes am Wochenende in Burg zog wieder viele Besucher an. Handwerk, Kunst, Tradition und von Bauern gezogene Spreewaldfrüchte erfreuten die Menschen aus nah und fern. Marion Hirche / jul1

Einer war an vielen Ständen gegenwärtig: Otto von Bismarck. Der erste deutsche Reichskanzler hat dem bekanntesten Turm von Burg seinen Namen gegeben. Das Bauwerk auf dem Burger Schlossberg wird in diesem Jahr100 Jahre alt. Das war wohl der Grund, warum der "Eiserne" von Wilfried Stein porträtiert wurde. Viele Spreewaldlandschaften hat der Maler aus Straupitz auf seine Bilder gebannt, sogar auf einer Mulde sind Wiesen mit Kühen und Schobern zu sehen.

Bismarck spielte auch am Stand von Erhard Merkel eine Rolle. Der Handwerker aus Friedrichshain ist ein Urgestein des Handwerker- und Bauernmarkts in Burg und ist Repräsentant einer Handwerkszunft, die es früher in jedem Dorf gab, die heute aber mittlerweile rar geworden ist. Der Schmied zeigte sein Können und verewigte den Burger Bismarckturm so in einer 20 mal 30 Zentimeter großen Eisenplatte: "Das wird eine Platte für ein Klemm eisen. Der Klemmkuchen soll dann zum Geburtstagfest des Turmes Anfang September gebacken werden".

In der Nachbarschaft von Merkel bestaunten die Besucher die Dachdeckerkunst. Benjamin Westphal von einem bekannten Lausitzer Dachdeckerunternehmen führte hier vor, wie ein Reetdach gedeckt wird. "Ich interessiere mich für das Decken mit Schilf. Ich komme von der Küste, mache hier mit dem Wohnmobil Urlaub", sagte Berthold Renz.

Viel Bewunderer fanden auch die Mitglieder der Trachtengruppen "Nowa Niwa" aus Neu Zauche: Christa Dünnbier ließ das Spinnrad surren und wie aus Flachs ein Fädchen wird, führte Monika Koch vor. Neugierig schauten die Menschen bei Hanne Möbert, die einen lustigen Keramikstorch formte und bei Siegfried Hennischen aus Walddrehna, der das Körbeflechten vorführte, über die Schulter.

Viele konnten dem Geruch frischer Kräuterbutter nicht widerstehen, zumal sie neben dem Verkaufsstand dank Werner Groß und Angela Wilpert von den Wittmannsdorfer Butterfrauen erleben konnten, wie der leckere Brotaufstrich hergestellt wird.

Christel Gorgas und ihre Kameradinnen vom Bürger- und Sportschützenverein Witten/Herberde ließen sich Storchenbein-Würste schmecken und schauten beim Glasschleifen zu: "Wir machen unseren Vereinsausflug dieses Jahr hier im Spreewald, wir waren schon in der Doppelkirche in Vetschau und sind sechs Stunden Kahn gefahren. Heute ist sechs Stunden Shoppen hier auf dem Markt dran." Beim Gurkenverkosten waren Karnevalisten aus der Mark Brandenburg zu erleben: "Wir sind die Prinzenpaare unseres Karnevalverbandes Mark Brandenburg. Das ist unser Workshop-Wochenende, mal hier im Spreewald. Wir testen gerade, ob sauer wirklich lustig macht", erklärte Elke Witschel. Gerhard Gebauer aus Cottbus musste da nicht lange testen: "Für uns sind die Gurken aus dem Spreewald die besten".

Wer es nicht sauer, sondern süß mochte, der fand Leckereien am Stand der Marmeladenmanufaktur "Rosenrot & Feengrün" aus Burg. Die Käufer freuten sich hier über den neuen Aufstrichmix "Holunderblüte mit Prosecco". Andrea Veltchen bot die süßen Sachen an, obwohl sie selbst ein wenig sauer war: über die hohen Standgebühren.

Wer seine Runde über den Markt absolviert hatte, der verweilte auf den Bänken auf dem Kurplatz, lauschte den Musikern und den Moderatorinnen Sylke Schötz und Marlene Jedro sowie ihren Gesprächspartnern auf der Bühne und schlemmte. Das Angebot war vielseitig. Viele verließen das Fest mit einem tollen Gewinn aus der von der Touristinformation organisierten Tombola.