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Bislang keine Beweise für Ausländerhetze bei Unfalltod der Studentin

Potsdam/Cottbus. Nach dem Unfalltod einer ägyptischen Gaststudentin in Cottbus gibt es nach Angaben von Justizminister Stefan Ludwig (Linke) nach wie vor bislang keine konkreten Beweise für ausländerfeindliche Äußerungen. Am Donnerstag berichtete Ludwig im Rechtsausschuss des Landtages über den neuesten Stand der Ermittlungen in dem Fall, in dem es auch um den Verdacht auf Volksverhetzung geht. dpa/ik

In der Nacht zum 15. April war die 22-jährige Frau angefahren worden. Tage später erlag sie ihren Verletzungen. Zeugen hätten beobachtet, dass das Auto mit hoher Geschwindigkeit unterwegs war. Zudem soll einer der Insassen nach dem Unfall auf Ausländer geschimpft haben. Auch eine junge Frau wollte ausländerfeindliche Äußerungen gehört haben, wie sie der "Lausitzer Rundschau" berichtete.

Die Ermittlungen liefen, sagte der Minister. Es geht um den Unfallhergang selbst, aber auch darum, ob die Ägypterin nach dem Unfall ausländerfeindlich beschimpft wurde. Zwei Zeugen seien inzwischen befragt worden, sagte er. Aufgrund ihrer Sprachkenntnisse hätten sie jedoch ausländerfeindliche Äußerungen nicht verstehen können. Laut einem Unfallgutachten der Dekra war der 20 Jahre alte Fahrer aus Sachsen schneller als die erlaubten 30 Stundenkilometer unterwegs: höchstwahrscheinlich mit etwa Tempo 50. Zudem ist ein rechtsmedizinisches Gutachten in Arbeit. Ergebnisse stehen laut Staatsanwaltschaft Cottbus noch aus.