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| 06:40 Uhr

Kein Verkauf der Tiere
Biohof Auguste: Zahl der toten Gänse weiter gestiegen

 Zum jährlichen Fest auf dem Biohof Auguste kamen mehr als 1500 Besucher. Auch am Sonnabend war der Angriff von zwei Hunden auf Gänse des Hofes eines der Hauptgesprächsthemen. Mehr Bilder vom Fest gibt es auf www.lr-online.de/bilder
Zum jährlichen Fest auf dem Biohof Auguste kamen mehr als 1500 Besucher. Auch am Sonnabend war der Angriff von zwei Hunden auf Gänse des Hofes eines der Hauptgesprächsthemen. Mehr Bilder vom Fest gibt es auf www.lr-online.de/bilder FOTO: Michael Helbig
Kolkwitz. Nach dem Angriff von zwei Hunden auf dem Biohof Auguste bei Cottbus ist die Schadenshöhe nach wie vor unklar. Diese wird man erst nach Weihnachten beziffern können. Unterdessen erklärt der Hofbetreiber, warum die toten Tiere nicht verkauft werden dürfen. Von Andrea Hilscher und Daniel Steiger

Die Zahl der gestorbenen Gänse nach dem Angriff von zwei Hunden auf dem Biohof Auguste zwischen Cottbus und Kolkwitz ist auf mehr als 250 gestiegen. Das wurde beim Hoffest am Sonnabend auf dem Hof des Betreibers Lebenshilfe Hand in Hand bekannt. Demnach sind viele Tiere gestorben, weil sie nach der Attacke unter Schock standen und sich davon auch nicht erholt haben. Die Spätfolgen werden den Biohof noch bis nach Weihnachten begleiten. „Erst dann können wir abschätzen, wie hoch der tatsächliche Schaden ist“, sagt Lebenshilfe-Geschäftsführerin Tamara Swensson. So sei es beispielsweise möglich, dass die verbliebenen Gänse nicht so gut fressen und damit auch nicht so schwer werden wie gewohnt. Da viele Tiere als Weihnachtsgänse nach Kilopreis verkauft werden, würde das den Schaden vergrößern.

Ende August waren zwei Hunde von einem Grundstück im benachbarten Kolkwitz entwischt, hatten die Zäune des Biohofs überwunden und dort die Gänse angegriffen.

Hundeangriff bewegt Gäste des Hoffestes

Das Thema bewegte auch viele Besucher des Hoffestes am Sonnabend. „Wir wurden oft darauf angesprochen. Einige haben sogar Geld gespendet“, erzählt Tamara Swensson.  Insgesamt freute sich die Geschäftsführerin auch über steigende Besucherzahlen beim Hoffest. Kamen in den vergangenen Jahren etwa 1200 Gäste, waren es am Sonnabend eine Stunde vor Ende der Veranstaltung bereits mehr als 1500 Besucher. Die Lebenshilfe nutzt das jährlich im September stattfindende Fest, um die Arbeit in ihren einzelnen Werkstattbereich vorzustellen. In verschiedenen Lebenshilfe-Standorten in Cottbus, Burg, Peitz und Guben arbeiten Menschen mit seelischen und körperlichen Beeinträchtigungen beispielsweise in einer Tischlerei, Töpferei, in einer Großküche, im Burger Kräutergarten und natürlich auf dem Biohof. „Hier kommt das Gemüse frisch vom Feld und die Eier direkt aus dem Hühnerstall in unseren Hofladen. Das wissen viele Cottbuser gar nicht“, so Tamara Swensson.

Auf dem Biohof Auguste selbst arbeiten in unterschiedlichen Bereichen zwischen 50 und 60 Mitarbeiter mit seelischen Behinderungen. Sie arbeiten hier in der Tierhaltung, im Garten, im Hofladen, am Holzbackofen oder in der Mitarbeiter-Versorgung.

Warum die toten Gänse nicht verkauft werden dürfen

Nach dem Angriff der Hunde haben zahlreiche Leser gefragt, warum man diese Gänse nicht in den Verkauf bringen kann. Auf RUNDSCHAU-Nachfrage teilt das Veterinäramt des Landkreises Spree-Neiße mit: „Ein Transport der (verletzten, Anm. der Red.) Tiere zu einem Schlachtbetrieb wäre aufgrund der Verletzungen aus tierschutzrechtlichen Gründen nicht vertretbar gewesen.“

Man hätte, so schreibt das Veterinäramt, verletzte Tiere vor Ort einer Notschlachtung unterziehen können und sie anschließend zu einem Schlachtbetrieb verbringen können. Dafür aber fehlte es an entsprechenden Kühlkapazitäten.

Auch bei den bereits gestorbenen Gänsen ist eine Verwertung gesetzlich kaum möglich. Die Tierische Lebensmittel-Hygieneverordnung besagt: Ein zum Schlachten geeignetes Tier muss mit einer dafür zugelassenen Waffe getötet werden. Auch muss gewährleistet sein, dass spätestens eine Stunde nach dem Tod die Organe entnommen sind, um ein Ausbreiten gefährlicher Keime im Tierkörper zu verhindern.

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