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| 15:55 Uhr

Wetter-Kapriolen fordern Binnenfischer heraus
Sommerlaune in Peitzer Karpfenteichen

In den Peitzer Teichen wächst derzeit die nächste Generation Silvesterkarpfen heran. Den Tieren kann es dafür nicht warm genug sein.
In den Peitzer Teichen wächst derzeit die nächste Generation Silvesterkarpfen heran. Den Tieren kann es dafür nicht warm genug sein. FOTO: Jens B¸ttner
Peitz. Wenn der Wasserstand stimmt, kann es den Fischen in den Teichen nicht warm genug sein – sie fressen viel und wachsen kräftig. Peitzer starten mit dem „Seafoodstar 2018“ im Herbst in die fünften Karpfenwochen. Von Beate Möschl

„Den  Fischen geht es derzeit ausgezeichnet“, antwortet Gerd Michaelis, Geschäftsführer der Teichgut Peitz GmbH auf die Frage, wie sich Sommerhitze und hohe  Niederschlagsdefizite in der Binnenfischerei auswirken, und fügt an:  „Wenn wir im Sommer genug Wasser haben, kann es den Fischen nicht warm genug sein. Sie lieben Wassertemperaturen von 24 bis 27 Grad Celsius und vertragen auch 28 bis 30 Grad noch gut.“

 Wichtig sei, dass der Wasserstand stimmt, damit es ihnen gut geht. Und damit die Mitarbeiter der Teichwirtschaft mit ihren Kähnen gut durchkommen, um die Karpfen, Welse, Hechte, Schleie, Barsche und Buntfische zu füttern. „Sie sind bei diesen Temperaturen in Wachstumslaune und fressen uns sprichwörtlich die Haare vom Kopf, die Zeit nutzen wir natürlich gut“, schildert Gerd Michaelis.

Die Teiche seien trotz der lang andauernden Hitze und Trockenheit gut gefüllt. Noch. „Zum Glück“, sagt Michaelis, denn es gibt nicht viele Teichwirtschaften, die über eine so gute Wasserversorgung verfügen wie das Teichgut Peitz. „Wir bekommen unser Wasser von der Spree. Die gilt als sicherer Vorfluter.“

Das sei nicht nur für die Teichwirtschaft und Fischzucht existenziell wichtig, betont Michaelis. Die Peitzer Teiche gelten mit einer Fläche von rund 1000 Hektar als eines der größten Teichgebiete in Deutschland und Europa mit einer einzigartigen Flora und Fauna. Der  Erhalt und Schutz des Flora-Fauna-Habitat-(FFH)-Gebietes ist ebenfalls von einer guten Wasserversorgung abhängig.

In den Peitzer Teichen wachsen die nächsten Generationen Silvesterkarpfen heran. Die jährliche Ausbeute liegt bei circa 90 Tonnen allein aus dem Großen Hälterteich, dem drittgrößten Gewässer des Peitzer Teichgutes. Hier lassen sich die Teichwirte bei der Fischernte traditionell auch gern über die Schulter schauen. Tausende Besucher sind trotz der dann  oft schon widrigen  Temperaturen beim  Schau-Abfischen Ende Oktober am Großen Hälterteich dabei.

Seit vier Jahren geben die Peitzer obendrein ordentlich „Butter bei die Fische“ – mit den Peitzer Karpfenwochen. „Bis zu 10 000 Besucher nutzen jedes Jahr die  Peitzer Karpfenwochen, um beim Abfischen dabei zu sein und und alles rund um den Fisch und andere regionale Spezialitäten zu genießen“, berichtet Gerd Michaelis. In diesem Jahr gab es für die Peitzer Karpfenwochen den ersten Stern, den „Seafoodstar 2018“. Das ist der „Oscar“ für die deutsche Fischvermarktungsszene. Verliehen wird er alljährlich von der Fachzeitschrift „FischMagazin“, die internationale Fachzeitschrift für die gesamte Fischwirtschaft. Die Jury würdigte die Peitzer Karpfenwochen als kreative Verkaufsidee. Julia Kahl vom Peitzer Tourismusamt, Gerd Michaelis, Geschäftsführer vom Teichgut Peitz, und Dietrich Kunkel vom Förderverein Hüttenwerk Peitz  nahmen den Preis im Februar bei der Bremer Fischmesse entgegen.

In diesem Jahr finden  die  Peitzer Karpfenwochen zum fünften Mal statt. Vom 21. September bis zum 10. November  wird es wieder besondere kulinarische Angeboten rings um den Peitzer Karpfen in zahlreichen Gaststätten des Amtes Peitz geben, garniert mit Fachvorträgen und Teichführungen. Höhepunkt wird das Schaufischen am Großen Hälterteich am letzten Oktoberwochenende sein.