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| 18:42 Uhr

Kultur
Vom unablässigen Versuch, sich von der Welt ein Bild zu machen

Hans-Georg Wagner zeigt unter dem Motto „Gewimmel“ in seiner Galerie in der Lieberoser Straße Arbeiten, die in den vergangenen zwei Jahren neben größeren Projekten entstanden sind.
Hans-Georg Wagner zeigt unter dem Motto „Gewimmel“ in seiner Galerie in der Lieberoser Straße Arbeiten, die in den vergangenen zwei Jahren neben größeren Projekten entstanden sind. FOTO: Ingrid Hoberg
Cottbus. Hans-Georg Wagner zeigt seine Bildhauerkunst beim Filmfestival Nr. 10 in seinem Atelier in Cottbus. Von Ingrid Hoberg

„Solch ein Gewimmel möcht ich sehn, auf freiem Grund mit freiem Volke stehn.“ Hans-Georg Wagner zitiert den Dichterfürsten Goethe und fragt, was nach 200 Jahren aus der Freiheit geworden ist. Die Kaltnadelradierung mit diesem Titel, im Jahr 2016 entstanden, entdeckt der Besucher auf dem Weg in den Ausstellungsraum in der oberen Etage.

Doch zuvor muss er eine „Greencard“ gezogen haben. Denn um einen zu großen Andrang vor den Kunstwerken zu verhindern, hat der Künstler zur Ausstellungseröffnung am Sonntagnachmittag den „Erwerb“ der grünen Karte gesetzt. Das „Gewimmel“ herrscht auf seinen Drucken, den Reliefs und Zeichnungen auf japanischem Papier. Dazu kommen Bronzestatuen. Rund 700 Figuren, genau gesagt 694, sind in der Ausstellung zu sehen. Gezählt hat sie der Künstler selbst.

Es ist die 10. Ausstellung zum Cottbuser Filmfestival, die in der Atelier-Galerie Wagner präsentiert wird. „Seit zwei, drei Jahren nehmen die Besucherzahlen zu“, sagt Hans-Georg Wagner. Mit 200 bis 250 rechnet er, es dürfen gern mehr Interessierte den Weg in die Lieberoser Straße finden – auch ohne blaues Band.

Eigentlich sollte ein Künstlerkollege die Ausstellung mit seinen Arbeiten gestalten, doch nach der Absage sei er gar nicht so unglücklich gewesen, sagt Hans-Georg Wagner. „Neben den größeren Projekten der beiden letzten Jahre entstand eine ganze Reihe neuer Arbeiten, die alle ans Licht der Öffentlichkeit drängen. So war es naheliegend, mich wieder einmal selbst in der Reihe ,Bildhauerkunst zum Filmfestival‘ zu präsentieren“, erklärt er. Mit den Besuchern möchte er gern gemeinsam herausfinden, ob sich in seinem Weltgewimmel ein Teil der Welterfahrung widerspiegelt.