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| 02:35 Uhr

Bilder von der Welt voller Humor und Leichtigkeit

Michael Auth (l.) mit Matthias Körner vom Kunst- und Kulturförderverein Cottbus vor der Bildgruppe "Wirr ist das Volk".
Michael Auth (l.) mit Matthias Körner vom Kunst- und Kulturförderverein Cottbus vor der Bildgruppe "Wirr ist das Volk". FOTO: Elsner
Cottbus. Michael Auth ist für die Cottbuser kein Unbekannter. Vor zweieinhalb Jahren hat der Berliner Künstler die Besucher des "Hauses 23" mit den "Neuen Denkern" an seinen Bildeinfällen teilhaben lassen. Jetzt zeigt die Galerie in der Cottbuser Marienstraße Auths Bildergeschichten. Eröffnet wird die Ausstellung am heutigen Freitag. Ulrike Elsner

Kleine Köpfe, große Köpfe, unbekannte Köpfe, bekannte Köpfe - Marlene Dietrich befindet sich in guter Nachbarschaft mit dem jungen Mozart und der Bundeskanzlerin Angela Merkel - Letztere zeigt sich unverwechselbar in einer flüchtig hingeworfenen Kohlezeichnung.

Was die Cottbuser Kunstfreunde von Auths Bildern moderner Fortbewegungsmittel schon kennen, trifft auch auf seine Porträts zu: Sie spiegeln mit viel Humor und großer Leichtigkeit die Welt sehr treffend wider, verzichten dabei aber auf erfrischende Weise auf Perfektion.

"Ein Wort, und schon biste…", ist das Motto von Michael Auths Bildergeschichte, mit der er gegen Vorurteile zu Felde zieht. Kein Wunder, dass ihn die islamfeindliche Pegida-Bewegung aufregt. Auth widmet dem Thema eine Bildgruppe, in der bedrohliches Schwarz dominiert. Der Künstler nimmt den Leitspruch der Demonstranten auf, um ihn in seinem Sinne abzuwandeln. "Wirr ist das Volk", lautet der Schriftzug über dem seltsam dreinblickenden Demonstranten.

Überhaupt ist fast jedem seiner Bilder ein prägnanter Satz zugeordnet: oft erheiternd, manchmal nachdenklich stimmend und immer erhellend.

"Wer schwankt, hat mehr vom Weg", heißt es da, "do you want to sit drin oder draußen" oder "die Macht der Presse spüren vor allem die Weintrauben".

In der Farbgebung sind die Porträts, im Gegensatz zum roten Ferrari oder anderen Fahrzeug-Motiven, die 2012 im "Haus 23" zu sehen waren, sehr zurückgenommen. Auths Mischtechnik umfasst das ganze Spektrum von Aquarell über Tusche und Acryl bis zum Pastell. Der schnelle reduzierte Strich verleiht den Gesichtern etwas Leichtes, gestempelte Ornamente auf Augen oder Stirn geben den Gesichtern häufig etwas Schelmisches.

Der größte Schelm aber ist der Künstler offenbar selbst. Der teddyhafte Typ mit Fernglas vom "enesei" belegt das ebenso wie das Porträt des Urgroßvaters, der Seemann war. "Den mal ich mir öfter mal", gibt Auth verschmitzt zu.

Die Ausstellung läuft bis zum 21. März. Geöffnet ist die Galerie donnerstags bis samstags, jeweils von 18 bis 22 Uhr. Ausstellungsöffnung: Freitag, 30. Januar, 20 Uhr.