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| 17:12 Uhr

Cottbus
Bienenbäume helfen dem nachbarlichen Frieden

 Die Bewässerung der fünf Jungbäume, hier von Dr. Nocon (l.) und Ralf Zwoch vorgenommen, übernimmt künftig die Sportlerfamilie.
Die Bewässerung der fünf Jungbäume, hier von Dr. Nocon (l.) und Ralf Zwoch vorgenommen, übernimmt künftig die Sportlerfamilie. FOTO: Georg Zielonkowski
Cottbus. Von Georg Zielonkowski

Im Frühjahr musste im Zuge der Baumaßnahmen des Vereinsheimes des RSC Cottbus auf dem Gelände des Sportzentrums in der Nähe der Einfahrt eine in die Jahre gekommene Akazie weichen. Das kam in der Nachbarschaft nicht besonders positiv an, weil die dort wohnenden Lutz Dommaschek und Dr. Gregor Nocon als Hobby einige Bienenvölker bewirtschaften.

„Herr Nocon hat uns erklärt, dass nicht nur seine Bienen es waren, die diese Akazie gern angeflogen sind. Nun fällt diese Quelle zur Honiggewinnung aus, erklärte er uns“, so der Werkleiter des Cottbuser Sportstättenbetriebes Ralf Zwoch. Um hinzuzufügen, dass dieser Baum zwar ohnehin aufgrund von Altersschwäche ein nur noch begrenztes Leben vor sich hatte, man aber dennoch weiter gut mit den benachbarten Grundstückseigentümern auskommen wolle.

Weiß der Werkleiter doch, dass die Nachbarn aufgrund des permanenten Sportbetriebes nebenan ohnehin schon Einiges in Sachen Lärm ertragen müssen. Im Zuge des angestrebten Miteinanders entstand daraufhin die Idee, auf einer weitgehend publikumsfreien Freifläche nordöstlich der Radrennbahn ersatzweise Bäume zu pflanzen.

„Im Wissen um die günstigsten Arten von Bäumen, die unseren Bienen nützlich sind, habe ich fünf sogenannte Bienenbäume mit der Bezeichnung ,Tetradium danielli’ gekauft, die dann von den Sportlern eingepflanzt wurden. So hoffen wir nun alle miteinander, dass diese derzeit noch kleinen Bäumchen, die man auch Euodia nennt, in drei Jahren erste Blüten tragen und unsere Bienen auf kurzem Wege die Bäume anfliegen können“, so der  Hobby-Imker, der gemeinsam mit Nachbar Dommaschek drei Bienenvölker bewirtschaftet.

Er erklärt die besondere Bedeutung gerade dieser Baumsorte für den Honiggewinn, damit, dass diese Sorte spät, erst nach der Linde blüht. Ihren Namen verdankt sie offenbar dem Umstand, dass sie sehr ertragreich ist, viel Nektar bringt und reichlich Pollen für die Versorgung der Winterbrut bietet.

All das wollen nun die Sportler von nebenan mit ihrer Baumpflege unterstützen. Ralf Zwoch denkt sogar noch einen Schritt weiter: „Sicher steht die fachliche Ausbildung in unserer Lausitzer Sportschule vornan, aber den Schülern werden ja auch andere naturwissenschaftliche Projekte angeboten.

Hier in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schulhaus bietet sich nun die Möglichkeit, im Rahmen solcher Projekte den Schülern ein Stück Natur nahezubringen.

Womit der Sportstätten-Werkleiter Hobby-Imker Nocon auf eine Idee brachte, auf die dieser direkt „ansprang“: „Ich kann mir vorstellen, dass ich zu solchen Gelegenheiten herüberkomme, um den Schülern einen Einblick in die Imkerei zu geben. Gemeinsam könnten wir dann auch auf mein Grundstück direkt zu unseren Bienenstöcken gehen, wo ich weitere Informationen weitergeben könnte.“