Von Peggy Kompalla

Der Bioladen Ährenkranz an der Oberkirche ist eine Institution in Cottbus mit einer stetig wachsenden Stammkundschaft. Der kleine Markt kann der Nachfrage aber immer weniger gerecht werden. Deshalb investiert Inhaber Alex Schömmel in die Erweiterung des Ährenkranz’. In dem neuen Wohn- und Geschäftshaus an der Franz-Mehring-Straße wird der Bio-Markt von derzeit 200 auf dann 1000 Quadratmeter wachsen.

Crowdfunding als Unterstützung

Das bedeutet nicht allein mehr Verkaufsfläche, sondern vor allem mehr Platz für Beratung, neue Angebote und Nachhaltigkeit. Der Bio­fachmarkt steht für einen bewussten Umgang mit Ressourcen. Dieses umfassende Konzept unterstützt der Bauherr, die eG Wohnen. Aber auch die Kunden über ein Crowdfunding. Das ist bislang einmalig in der Region. Denn die Bürgschaftsbank fordert zur Sicherheit einen deutlich höheren Eigenkapitalanteil für die Investition des Unternehmens.

Ährenkranz-Team wächst auf 17 Mitarbeiter

Natürlich will Alex Schömmel seinen Kunden im neuen Geschäft an der Mehringstraße ein noch angenehmeres Einkaufserlebnis und umfassenderen Service bieten. Allein der Platz wird das ermöglichen. In dem Zuge will der Chef auch das Beratungsangebot deutlich verbessern. „Das fordern die Kunden“, sagt er. „Wir wollen den Leuten Geborgenheit und Gemütlichkeit bieten.“ Das bedeutet auch mehr Personal. Das Ährenkranz-Team wird von derzeit sieben auf 17 Mitarbeiter anwachsen.

Größere Küche und Bistro, eigene Backstube

Die Küche wird erweitert und ein Catering aufgebaut, das Bistro bekommt mehr Sitzplätze und eine Terrasse. Außerdem entsteht im neuen Markt eine eigene Backstube. „Das wird eine Manufaktur, alles verglast und offen, damit die Kunden bei der Arbeit zusehen können“, erzählt Alex Schömmel. Auch die Obst- und Gemüse-Abteilung sowie die Wurst- und Fleischtheke sollen größer werden, genauso wie das Angebot an Molkerei- und Tiefkühlprodukten. Neu wird eine große Kosmetik- und Drogerie-Abteilung inklusive Beratung.

120 verpackungsfreie Produkte und Mehrwegsystem

Damit reagiert der Geschäftsmann auf die Nachfrage. Das Interesse an einem bewussten Konsum habe sich in den vergangenen Jahren von Frischeprodukten auch auf diese Bereiche ausgeweitet. „Ich habe schon jetzt Kunden, die gern Nachfüllungen für Flaschen aus dem Drogeriebereich hätten. Das wird in Zukunft möglich sein.“

Im neuen Biofachmarkt werden demnach gut 120 verpackungsfreie Produkte im Angebot sein. Dafür wird der Ährenkranz sein bereits bestehendes Mehrwegsystem weiter ausbauen.

E-Bike-Tankstelle und Lieferservice mit Lastenrad

Für die Kunden wird es neben Autoparkplätzen auch viele Fahrradständer direkt am Eingang geben – und eine Stromtankstelle für E-Bikes. Das geschäftseigene E-Lastenrad wird dort auch Saft tanken. Denn der Ährenkranz will seinen Lieferservice für Einkaufsbestellungen ausweiten. „Im Online-Shop können die Kunden die Waren bestellen und entweder ab einem bestimmten Zeitpunkt selbst bei uns im Markt abholen oder sich auch nach Hause liefern lassen.“

Bienenvölker auf dem Dachgarten

Damit nicht genug: Der Ährenkranz steigt dem Wohn- und Geschäftshaus aufs Dach – genauer gesagt auf den Dachgarten. Dort sollen zwei Bienenvölker ihr neues Zuhause finden. „Das werden Schwarze Bienen sein, die vom Aussterben bedroht sind.“ Um die Völker werde sich der Bio-Imker Christian Wolf aus Lauchhammer kümmern. „Das ist auch mit der eG Wohnen abgesprochen und mit dem Architekten. Das ganze Umfeld wird so gestaltet, dass ganzjährig blühende Pflanzen vorhanden sind“, erklärt Alex Schömmel.

Privatinvestitionen über Genussrechte

Die Wohnungsgenossenschaft sei  ein sehr guter Partner. „Die Arbeiten an dem Haus gehen so schnell voran, dass wir schon ein halbes Jahr eher eröffnen können.“ Statt Spätsommer 2020 wird es also spätes Frühjahr. Aber auch die Kunden erweisen sich als gute Geschäftspartner. Sie beteiligen sich bei einem Crowdfunding. Erste Einzahlungen hat es bereits gegeben. Außerdem will sich der Ährenkranz über die Internetplattform www.genussrechte.org um Privatinvestoren bemühen. „In Zeiten von Negativzinsen ist das auch für Privatpersonen als Anlage interessant, die damit regionale und nachhaltige Projekte unterstützen wollen.“