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Betrüger erbeuten Zehntausende Euro in Vetschau

Ältere Menschen in der Region werden in diesen Tagen wieder verstärkt angerufen, um mit dem "Enkeltrick" Geld zu erbeuten.
Ältere Menschen in der Region werden in diesen Tagen wieder verstärkt angerufen, um mit dem "Enkeltrick" Geld zu erbeuten. FOTO: HighwayStarz/fotolia
Cottbus. Der Polizei werden in diesen Tagen vermehrt Betrugsversuche gemeldet. Vermeintliche Enkel oder Neffen rufen bei Senioren an, um von ihnen Geld zu ergaunern. Leider ist das nun in einem Fall auch gelungen. Frank Hilbert

Am späten Montagvormittag ging es wieder los in der Region - Anrufer versuchen, Rentnerinnen und Rentner zu betrügen, ist von Polizeisprecher Torsten Wendt zu erfahren. "In der Spremberger Vorstadt brauchte eine angebliche Enkelin Geld, da sie Probleme bei Immobiliengeschäften hat." Doch die Seniorin fiel nicht darauf rein, legte auf und informierte die Polizei.

In Sandow drehte es sich wenig später um 50 000 Euro für eine Eigentumswohnung. Die 75-Jährige war hellwach und rief die Polizei an. "Ein 86 Jahre alter Kiekebuscher wurde am Nachmittag in mehrere Telefonate mit einem männlichen Betrüger verwickelt. Erst nach der Ankündigung, die Polizei zu informieren, ließ dieser von seinen Plänen ab" sagt Wendt.

In Drebkau sollte eine 80-jährige Frau um 30 000 Euro erleichtert werden. "Auf die Entgegnung, dass sie gar keine Enkel hat, wurde aus dem Enkel schnell der Großneffe", so Wendt weiter. Trotzdem sei die Rentnerin zu ihrem Geldinstitut gegangen, um den Betrag von ihrem Konto abzuheben. Doch sie hatte Glück, denn eine aufmerksame Bankangestellte informierte die Polizei und verhinderte so den Betrug.

Ganz anders verlief es dagegen in Vetschau. Dort hatte sich ein vermeintlicher Enkel am Telefon eines betagten Rentners gemeldet. Er wollte von ihm mehrere Zehntausend Euro für einen Autokauf haben. Der Vetschauer übergab tatsächlich diesen beachtlichen Betrag an einen zirka 60 Jahre alten Mann mit grauem Haar und akzentfreier deutscher Aussprache. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen.

Gleich drei Fälle des "Enkeltricks" sind der Polizei bereits am vorigen Mittwoch in Cottbus gemeldet worden. So sollte eine 78-Jährige in Sandow mit 23 500 Euro aushelfen, was jedoch scheiterte. In der Spremberger Vorstadt wurde ein 88- und 89-jähriges Paar um 60 000 Euro für einen Immobilienkauf gebeten. Auch das scheiterte durch die Aufmerksamkeit einer Bankangestellten. Eine 81-Jährige in Ströbitz sollte einen Autokauf mit 8000 Euro finanzieren. Weitere Fälle gab es noch in Cottbus-Mitte und in Döbern.

Torsten Wendt verweist daher auf die Hinweise der Polizei: Angebliche "Enkel" (Nichten, Neffen) rufen immer wieder bei älteren Bürgern an und schildern ausgedachte Notlagen (Autounfälle, Geldnot wegen Haus- oder Wohnungskauf, hohe Arzt- oder Anwaltskosten).

Sie bitten darum, in diesen schlimmen Situationen zu helfen. Dabei handelt es sich immer um finanzielle Unterstützungen in Höhe von mehreren Tausend Euro. Meist wird zuerst gefragt, ob die Bargeldsumme auch sofort zur Verfügung steht. Wenn das nicht der Fall ist, wird versucht die Senioren zu überreden, zur Bank zu gehen und das Geld vom Konto oder vom Sparbuch abzuheben. Dann wird erklärt, dass man persönlich nicht in der Lage ist, selbst vorbeizukommen, um das Geld abzuholen und deshalb einen guten Freund oder Bekannten schicken wird, der das Geld in Empfang nimmt.

So können Sie sich schützen

Nennen Sie keine Namen Ihrer wirklichen Enkel/Verwandten. Geben Sie keine Auskünfte über Ihre Ersparnisse. Heben Sie aus diesem Anlass kein Geld von Ihrem Konto oder Sparbuch ab. Bestehen Sie auf einer persönlichen Kontaktaufnahme. Informieren Sie sich über die wirkliche Notlage eines Enkels/Verwandten bei Ihren Kindern oder in der Verwandtschaft. Übergeben Sie niemals Geld an fremde Personen. Informieren Sie umgehend die Polizei unter der Notrufrufnummer 110. Bewahren Sie keine großen Geldbeträge zu Hause auf.