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| 19:38 Uhr

Betrüger blitzen bei Senioren ab

Cottbus. Die Cottbuser Senioren haben alles richtig gemacht und sich damit vor einem großen finanziellen Schaden bewahrt. Gleich viermal haben Betrüger am Montag im Stadtgebiet und in Groß Gaglow versucht, von den Rentnern Geld zu ergaunern. Sven Hering

"Einmal war es die angebliche Verwandte aus Görlitz, die Geld für eine Eigentumswohnung brauchte, in anderen Fällen war es Nichte Helga, die mindestens 20 000 Euro oder Wertgegenstände haben wollte", sagt Polizeisprecher Torsten Wendt. Alle Angerufenen hätten richtig gehandelt und sich auf keine weiteren Gespräche oder gar Geldübergaben eingelassen. Außerdem informierten sie umgehend die Polizei.

Die Betrugsmasche gebe es das ganze Jahr, sagt Torsten Wendt. Allerdings häufen sich gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit die Fälle. Und nicht immer reagieren die Senioren so besonnen wie jetzt in Cottbus. So haben in Senftenberg am Montag Betrüger mehrere Tausend Euro erbeutetet. Eine betagte Seniorin wurde laut Polizei von den Betrügern schon seit einigen Tagen angerufen. Schließlich übergab sie zu Wochenbeginn einem unbekannten Mann das Geld. Erst nach einem Anruf bei der richtigen Enkeltochter wurde der Betrug aufgedeckt. Das Geld war da aber schon verschwunden.

Die Masche ist bekannt, funktioniert aber immer wieder: Angebliche Enkel, Nichten oder Neffen rufen bei älteren Bürgern an und schildern ausgedachte Notlagen. Dabei geht es um Autounfälle, Geldnot wegen Haus- oder Wohnungskauf oder hohe Arzt- oder Anwaltskosten. "Sie bitten darum, in diesen schlimmen Situationen zu helfen. Dabei handelt es sich immer um finanzielle Unterstützungen in Höhe von mehreren Tausend Euro", so Torsten Wendt. Meist wird nach Bargeld gefragt. Steht die verlangte Summe nicht zur Verfügung, werden die Senioren überredet, zur Bank zu gehen und das Geld vom Konto oder vom Sparbuch abzuheben. Schließlich erklärt der vermeintliche Enkel, dass er nicht persönlich vorbeikommen kann, um das Geld abzuholen. Stattdessen kündigt er einen guten Freund oder Bekannten an, der das Geld in Empfang nehmen soll.