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| 01:03 Uhr

Besucherscharen im Tierpark

Cottbus.. „Wenn es doch immer so wäre“ sagte Tierparkdirektor Dr. Jens Kämmerling und meinte den Strom von Besuchern, der am sonnigen Sonntag durch den Tierpark floss. Gelockt von herrlichem Herbstwetter und freiem Eintritt waren es vor allem viele junge Familien, die sich den „Zootag“ nicht entgehen lassen wollten. Von Marlene Winter

Angeboten wurden Führungen durch die zukünftigen Gehege, eine etwas genauere Besichtigung der bereits bestehenden oder der Service-Einrichtungen für die tierischen Bewohner, zum Beispiel der Futterküche. Der hier errichtete Stand erinnerte ein wenig an ein vegetarisches Buffet für besonders Hungrige: In großen gelben Wannen lagen fein säuberlich in Portionshappen geschnitten Karotten, grünes Gemüse, Obst und Getreide.
Auch die Tür der sonst verschlossenen Lagerhalle stand am Sonntag weit offen und enthüllte ihre Vorräte: Säcke, gefüllt mit 40 Kilogramm Haferschrot, große Salzlecksteine für die Huftiere, Straußenfutter aus England und jede Menge Pellets (Pressfutter). Für deren Zusammensetzung interessierten sich die Besucher besonders, berichtete Heiko Alter, Tierpfleger im Kinderzoo und Betreuer der Futterausstellung. Enthalten sind in den Pellets Getreide, Grünfutter und Vitamine, lautete seine Antwort.
Unangefochtene Nummer eins unter den Tierstars waren auch an diesem Tagen die beiden Elefantendamen, besonders zu den Fütterungszeiten. Wer sich ganz besonders für die beiden Dickhäuter interessierte, durfte sogar ihre Behausung ein wenig näher als üblich betreten und ihr üppiges, auf Heu angerichtetes Abendmahl anschauen.
Sogar ein Stand mit von Tierpflegern gesammelten Elefanten-Skulpturen aus fernen Ländern wurde gezeigt, außerdem Bilder, die die grauen Riesen mit ihren Füßen „gemalt“ haben. Wer nicht nur einen flüchtigen Blick drauf warf, erahnte wie die großen farbigen Kleckse auf das Papier gelangten. „Ein ganz besonderes Geschenk für Tierpfleger, die uns verlassen“ , erklärte Franziska Lehmann, Azubi im zweiten Ausbildungsjahr, den Verwendungszweck der Kunstwerke.
Wie man sich in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit bringt, wussten auch die beiden flinken Ausbruchsexperten aus der Halbaffen-Liga. Die beiden Kattas mit ihrer schwarz-weißen Fellfärbung turnten munter auf dem unfertigen Bau für die chinesischen Felsenhörnchen herum - vor den Augen der Tierpfleger, die sie mit Futter und Rufen wieder in die richtige Richtung zu locken versuchten. „Die haben wohl auch Tag der offenen Tür“ , kommentierte ein Tierparkbesucher. Der gelegentliche Freigang werde geduldet, so Jens Kämmerling. Denn wenn es Futter gibt, sind die standorttreuen Halbaffen stets wieder da, wo sie sein sollen. Nur wegen des heutigen Trubels sei die Verlockung zu groß, dem Trott zu folgen. So werden die zwei vielleicht ein wenig die sonst frei herumlaufenden Pfauen ersetzen, die zurzeit wegen der Vogelgrippengefahr eingesperrt sind.
Vorbei am baulich etwas stagnierenden Kuhstall und dem fast vollendeten Regenunterstand mit Wildschweinblick führte der Tierparkdirektor die Besucher und erzählte Wichtiges zu Bau und Nutzung der Anlagen. „Das wichtigste Projekt ist zurzeit das Tapirhaus“ , so Kämmerling. In diesem stand bereits ein hölzerner Vertreter der schwarz-weißen Unpaarhufer und gab den Tierparkgästen einen ersten Eindruck von den zukünftigen Bewohnern.
Da Tapire Wasser mögen, wurde ihnen ein geräumiger Pool eingebaut, sowie zwei Türen, damit die nicht immer gut gelaunten Tiere sich auch mal aus dem Weg gehen können, so der Tierparkdirektor. „Tapire sind eine echte tierpflegerische Herausforderung“ , erklärte er. Doch wenn alles klappt, könne sich Cottbus auf einen zoologisch sehr interessanten Neuerwerb freuen.