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| 16:38 Uhr

Aus dem Gericht
Berufungsurteil nach Synagogen-Attacke

FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. Eine 21-Jährige hatte unter Einfluss von Alkohol Fenster der Schlosskirche eingeworfen. Von Daniel Schauff

80 Tagessätze zu je zehn Euro plus Schadenersatz für die zerbrochenen Scheiben – so lautet das Landgerichtsurteil gegen eine 21-Jährige, die in der Nacht zum 18. November 2015 mit einer Bierflasche Schäden an der Synagoge auf dem Schlosskirchplatz in Cottbus verursacht hatte.

Bereits im April 2017 hatte das Amtsgericht Cottbus die Frau für schuldig befunden. An der Bierflasche hatten Ermittler DNA-Spuren der 21-Jährigen gefunden, an ihrer Kleidung Partikel des Glases, aus dem die Synagogenfenster hergestellt waren. Das Amtsgericht hatte die junge Frau zu 120 Tagessätzen von je zehn Euro und zur Zahlung des entstandenen Schadens verurteilt. Das Berufungsurteil fällt damit deutlich milder aus.

Die 21-Jährige war mit 1,79 Promille alkoholisiert, ein für sie offenbar bekannter Zustand. Offenbar hat die Frau bereits mehrfach Zeit in der Ausnüchterungszelle der Polizei verbracht. Das hatte der Richter am Amtsgericht bei der ersten Urteilsverkündung im April 2017 gesagt. Bereits mehrfach war sie seit 2011 im Visier der Ermittler. So hatte sie – ebenfalls unter Alkoholeinfluss – mit einem Bekannten vom alten Fabrikgebäude in der Briesemann-/Ecke Ostrower Straße Dachsteine geworfen. Dabei waren Autos getroffen und eine Person verletzt worden.

Bei der Attacke auf die Synagoge waren zwei Fenster und ein Holzrahmen zerstört worden. Bereits kurz nach der Tat hatte die Jüdische Gemeinde betont, den Schaden aus eigenen Mitteln nicht beheben zu können.