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| 16:21 Uhr

Arbeitswelt
Dinner macht Lust auf Gastronomie

In der Küche wird es manchmal stressig. Doch das Zusammenspiel zwischen Profis und Azubis klappt.
In der Küche wird es manchmal stressig. Doch das Zusammenspiel zwischen Profis und Azubis klappt. FOTO: Isabel Damme
Cottbus. Ein Abend im Branitzer Kulinarium gibt jungen Leuten Orientierungshilfe für die Berufswahl. Von Isabel Damme

Freitagabend versuchten der Gaststättenverband Dehoga, die Industrie- und Handelskammer IHK und die Arbeitsagentur Cottbus, jungen Menschen das Hotel- und Gaststättengewerbe schmackhaft zu machen. Bei einem Berufswahl-Dinner auf dem Gut Branitz konnten Schüler und Eltern Einblicke in die Branche gewinnen und zwölf Vertretern regionaler Unternehmen ihre Fragen stellen.

Umrahmt von vier schmackhaften Menü-Gängen präsentierten Unternehmer und Azubis ihren Arbeitsalltag. Im Vordergrund standen dabei die Ausbildungen zur Restaurantfachfrau, Hotelfachfrau und zum Koch. Abwechslungsreich gestaltet, konnte den Azubis bei ihrer Arbeit auf die Finger geschaut werden. Videos und persönliche Gespräche mit Gastronomie-Experten gaben zusätzliche Einblicke. Dehoga-Geschäftsführer Olaf Lücke weiß, dass die Berufswahl der Jugend zu 80 Prozent durch die Eltern beeinflusst wird. Aus diesem Grund organisierte er vor einem Jahr das erste Berufswahl-Dinner in Potsdam. „Wir wollten sowohl Schülern als auch deren Eltern mit einem gemeinsamen Erlebnis die Schönheit unserer Berufe vorstellen.“ Hierfür sei auch das Brechen von unpassenden Vorurteilen ein Ziel. Nach einem positiven Feedback startete nun auch das erste Dinner in Cottbus mit 80 Interessenten.

Azubis aus verschiedenen Lausitzer Ausbildungsbetrieben arbeiteten dabei gemeinschaftlich im Service und in der Küche. Der stellvertretende Küchenchef Maik Braun lobt die besondere Leistung der freiwilligen Unterstützer. „Das ist für alle eine große Umstellung, in einer anderen Küche und mit einem fremden Team zu arbeiten.“ Für ihn selbst stand sein Traumberuf seit der siebten Klasse fest. „Man kann nur mit echter Leidenschaft wirklich gut kochen.“ Von solcher Liebe zum Beruf und heißem Ehrgeiz wurde beispielsweise auch die Erfolgsgeschichte von Stephanie Meißner getragen, die mit 24 Jahren zur jüngsten Hotelchefin der Region wurde. Seit zwei Jahren leitet sie mit ihrer Schwester das Spree-Waldhotel. Motivation spielt für sie eine wichtige Rolle. „Den Schichtdienst habe ich mir beispielsweise immer schön geredet: Man kann im Sommer tagsüber die Sonne genießen und muss erst arbeiten, wenn nichts mehr los ist.“

Anke Gräfin zu Lynar vom Schloss Lübbenau benennt zudem die Freude am Gast als äußerst wichtige Charaktereigenschaft. „Es muss einem selbst Freude bereiten, wenn man seinen Gast glücklich machen kann.“ Die Befürchtung, dass ein Beruf in der Hotelbranche schlecht fürs Familienleben sei, teilt sie nicht. Eine Spätschicht biete beispielsweise die Möglichkeit, den Tag mit den Kindern zu genießen. Alicia Otte und Pauline Kling berichten stolz über ihre Ausbildung im Tropical Island. Unter tropischen Klimabedingungen reicht ihr Aufgabengebiet von der Slushi-Eismaschine bis zum edlen Spa-Bereich und ist somit sehr abwechslungsreich. „Hier auf dem Dinner im Kulinarium lernen wir eine ganz neue Umgebung und Art des Arbeitens kennen.“, erklärt Pauline Kling. Toni Richter (zehnte Klasse) und seine Mutter Brit sind begeistert von dem Abend. „Die persönlichen Gespräche mit den verschiedenen Unternehmern haben mir einen sehr intensiven Einblick in die Berufswelt vermittelt.“ Brit Richter sieht den Abend als perfekte Ergänzung zu einer Berufsmesse an. „Wenn man weiß welche Richtung einen interessiert, kann man seine Wünsche durch solch eine persönliche Erfahrung viel besser spezialisieren als durch das Lesen eines Flyers.“ Auch Julia Noacks Traumberuf fand an dem Abend Bestätigung. „Der perfekte Job sollte vielfältig sein, durch den Kontakt mit Menschen geprägt sein und viele Weiterbildungsmöglichkeiten bieten.“ Bei ihrer Berufswahl legt die Zwölftklässlerin Wert auf die Meinung ihrer Eltern. Für alle Jugendlichen, die beim Berufswahl-Dinner nicht dabei sein konnten, hat Benny Job hinter die Kulissen geschaut. Auf einem eigenen YouTube Kanal stellt er mit der Arbeitsagentur regionale Jobs vor. Dabei startet er viele Selbstversuche und möchte die Jugendlichen ermutigen, sich selbst auszutesten. Im Rahmen des Berufswahl-Dinners wurde ihm von Azubis gezeigt wie man das perfekte Schnitzel brät, Tische fein eindeckt oder Getränke serviert.

Eine ungewöhnliche Möglichkeit der Berufsorientierung: ein Dinner in gepflegter Atmosphäre.
Eine ungewöhnliche Möglichkeit der Berufsorientierung: ein Dinner in gepflegter Atmosphäre. FOTO: Isabel Damme