Die Feststellung einer Berufskrankheit setzt voraus, dass der Betroffene bei der versicherten Tätigkeit schädigenden Einwirkungen im Sinne der Berufskrankheit ausgesetzt ist. Sie müssen nach Umfang und Intensität geeignet sein, einen entsprechenden Gesundheitsschaden zu bewirken. Ob eine solche Tätigkeit vorlag, ermittelt regelmäßig der Technische Aufsichtsdienst oder muss vom Versicherten bewiesen werden. Es muss zudem ein Zusammenhang zwischen schädigender Einwirkung und Erkrankung bestehen. Ein der Berufskrankheit entsprechendes Krankheitsbild muss ursächlich oder mitursächlich auf die belastende Tätigkeit zurückzuführen sein, wobei eine hinreichende Wahrscheinlichkeit ausreichend ist. Eine der häufigsten Berufskrankheiten ist die BK 2108, eine Bandscheiben bedingte Erkrankung der Lendenwirbelsäule. Zu den beruflichen Einwirkungen, die sie mit verursachen und verschlimmern können, gehören langjähriges fortgesetztes Heben, Tragen und Absetzen schwerer Lasten bei extremer Beugung des Rumpfes. Zehn Jahre solcher Tätigkeit gelten als untere Grenze der Dauer. In begründeten Einzelfällen kann eine kürzere aber sehr belastende Einwirkung die Berufskrankheit verursachen.
Bei begründetem Verdacht, dass die diagnostizierte Erkrankung auf die Berufsausübung zurückzuführen ist, sollte Anzeige beim Unfallversicherungsträger erstattet werden. Dort wird ein Verfahren zur Feststellung der Berufskrankheit eingeleitet. Hat ein Unternehmer im Einzelfall Anhaltspunkte, dass bei Versicherten seiner Firma eine Berufskrankheit vorliegen könnte, muss er das dem Unfallversicherungsträger anzeigen. Dies muss binnen drei Tagen nach Kenntnis der Anhaltspunkte erfolgen. Wenn der Unfallversicherungsträger die Anerkennung der Berufskrankheit versagt, kann diese auf gerichtlichem Weg verfolgt werden. Dafür sollte der Versicherte Rechtsrat beim Anwalt einholen und den behandelnden Facharzt um Beratung bitten. (ru)