ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:32 Uhr

Bergmannstag in Steinitz
Ein Prosit auf die Tradition

 Joachim Balko und Bernd Schmidt stoßen mit einem vollmundigen „Rondo“ auf den guten Wein vom ehemaligen Tagebaugelände an.
Joachim Balko und Bernd Schmidt stoßen mit einem vollmundigen „Rondo“ auf den guten Wein vom ehemaligen Tagebaugelände an. FOTO: Marion Hirche
Steinitz. Der Steinitzer Bergmannstag lockt am Sonntag Bergleute der Region und Familien zum fröhlichen Fest. Dabei wurde mit Wein vom Wolkenberg angestoßen. Die Touren in den Tagebau Welzow waren der Renner und restlos ausgebucht. Von Marion Hirche

Am Sonntag wurde im Drebkauer Ortsteil der Steinitzer Bergmannstag gefeiert. An der Kirche, auf dem Steinitzhof und an der Steinitztreppe gab es viel zu erleben. Ehemalige Bergleute, derzeitige Bergbaubeschäftigte und viele Familien aus der Region folgten der Einladung der Stadt Drebkau, des Bergmannvereins zu Grube Merkur und Umgebung, Dorfclubs Steinitzer Alpen und der Ortsgruppe der IG Bergbau, Chemie, Energie. Mit einem Gottesdienst begann das fröhliche Fest, das von vielen regionalen Akteuren bis in die späten Nachmittagsstunden gestaltet wurde.

Zu bester Mittagszeit stießen Joachim Balko und Bernd Schmidt mit einem vollmundigen „Rondo“ an. „Das ist Rotwein von unserem kleinen Wolkenberg“, erklärte der Vereinsvorsitzendes des Winzervereins Drebkau Joachim Balko seinem Gast. Dieser war der erste Chef des jetzigen Hobbywinzers. Bernd Schmidt kam in Bergmannsuniform als Mitglied des Traditionsvereins der Bergleute Senftenberg nach Steinitz. Gemeinsam stießen die beiden auf den gastgebenden Bergmannsverein an, denn der feierte am Sonntag seinen sechsten Geburtstag. Die beiden Männer, die auch den weißen „Merzlin“ probierten, würdigten, dass auf Flächen des ehemaligen Tagebaus jetzt so guter Wein wächst.

Der Tag hatte mit einem Freiluft-Gottesdienst mit Pfarrer i.R. Hornich aus Spremberg an der Steinitzer Kirche begonnen. Gesammelt wurde für die Sanierung des Gotteshauses. Der Drebkauer Posaunenchor spielte und begleitete die Gottesdienstteilnehmer, zu denen auch die Spremberger Teichnixe Nicole, die Drebkauer Brunnenfee Aline, der Bundestagsabgeordnete Ulrich Freese und der Landtagsabgeordnete Wolfgang Roick ( beide SPD) gehörten, zum Festplatz am Steinitzhof.

Dort begrüßte Drebkaus Bürgermeister Paul Köhne die Gäste und bekam vom ehemaligen Steinitzer Ortsbeiratsmitglied Hans-Jürgen Kubaczyk ein Holzschild mit der Aufschrift „Steinitzhof“ mit einer Bitte überreicht: „Sorgen ´Sie bitte weiterhin dafür, dass unser Steinitzhof ein wichtiges Aushängeschild des Tourismus in unserer Stadt bleibt!“

Die Drebkauer Schützengilde 1656 würdigte den Tag mit einem Salutschießen. Bei dem vielseitigen Angebot auf dem Festplatz gab es viel zu entdecken: Die Trialsportler Daniel Garbe und Marko Berthold sprangen mit ihren Zweirädern munter von Findling auf Palette und zurück. Die Feuerwehr lud zum Spritzentest ein. Bernd Joachim aus Greifenhain präsentierte unter anderem Bernsteine aus dem dortigen Tagebau. Archäologe Philipp Feistauer vom ATZ Welzow zeigte, wie man Herzen und Pfeilspitzen aus Zinn gießen kann. Attraktion von Excursio Welzow waren die Touren mit dem Mannschaftswagen in den Tagebau, die restlos ausverkauft waren. Die Neupetershainer Modellbahnfreunde machten mit ihrer Fünf-Zoll-Gartenbahn auf ihre große Puppen- und Modellbahnausstellung – dann mit einer 200-Meter-Bahnstrecke – am letzten Juli-Wochenende am Sportplatz Neupetershain aufmerksam. An der Steinitztreppe nutzten viele die Chance zum Abseilen von der Plattform mit Unterstützung von „Prima Abenteuer“.

Natürlich war auch Schlemmen angesagt: Ansturm gab es auf die Erbsen- und Wildgulaschsuppe aus der Feldküche. Der Dorfclub Steinitzer Alpen bot Kuchen und Kaffee an. Bei Excursio gab es Baumstriezel, gedreht von Marcel Schroeder. Serviert wurde alles mit der Musik des Orchesters Lausitzer Braunkohle in Hoyerswerdaer Besetzung und von der Gruppe „SGB 9“ der Lebenshilfe Cottbus.

„ Das ist genau der richtige Standort für so ein Fest. Der Hof ist durch die Kohle entstanden, und wir kommen hier sehr gern her“, sagte die 72-jährige Margitta Knobloch aus Brieske. Sie war mit ihrem Verein in Bergmannsuniform beim Fest dabei. „Wir haben ein Leben lang im Bergbau gearbeitet, bekommen heute eine gute Rente und fühlen uns immer noch mit dem Bergbau verbunden. Deshalb sind wir hier“, erzählten Gerhard und Christa Slobik aus Greifenhain.

Bergmannstag in Steinitz FOTO: Marion Hirche