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Bergbauplanung muss an Revierkonzept angepasst werden

Mit rund 50 Teilnehmern ist eine "Pro Lausitz-Demo" um 8 Uhr am Marktplatz losmarschiert. Sie fordern "Mehr Revier ins Konzept!", wie der Verein Pro Lausitzer Braunkohle vorab erklärte.
Mit rund 50 Teilnehmern ist eine "Pro Lausitz-Demo" um 8 Uhr am Marktplatz losmarschiert. Sie fordern "Mehr Revier ins Konzept!", wie der Verein Pro Lausitzer Braunkohle vorab erklärte. FOTO: Simone Wendler
Cottbus. Die Zukunft der Lausitzer Tagebaue ist heute erneut Thema in Cottbus. Rund um den Braunkohlenausschuss treffen Gegner und Befürworter aufeinander. Die LR ist vor Ort dabei. sim/bob/mit dpa

Der Braunkohlenausschuss des Landes Brandenburg hat sich am heutigen Dienstag zu einer Sondersitzung in Cottbus getroffen. Anlass war das jüngst vorgestellte Lausitzer Revierkonzept des Tagebaubetreibers Leag. Das Unternehmen hat frühere Pläne des Ex-Eigentümers des Reviers, Vattenfall, zum Ausbau der Gruben in Brandenburg und Sachsen deutlich zusammengestrichen. Nun stellt sich die Frage, was die Landesregierung von diesen Plänen hält.

Am Morgen wurden erste Ergebnisse aus der Sitzung publik: Demnach muss Leag bergrechtliche Verfahren an das neue Revierkonzept umfangreich anpassen. Erläutert wurde zudem, dass die Pläne Auswirkungen auf eine künftige Bergbaufolgelandschaft Jänschwalde haben. Statt eines großen Restsees sollen es nun drei kleine werden. Ursache dafür seien Grundwasserprobleme. Die LR hält Sie weiter auf dem laufenden.

Gegner und Befürworter des Tagebaus in der Lausitz trafen am Rande der Sitzung erneut aufeinander. Im Vorfeld startete der Verein "Pro Lausitzer Braunkohle" eine Demo vom Alrmarkt zum Stadthaus. 50 bis 60 Teilnehmer forderten unter anderem "Mehr Revier ins Konzept!". Greenpeace-Aktivisten entrollten ebenfalls ein Plakat mit der Forderung: "Keine neuen Tagebaue".

Das neue Revierkonzept sieht keinen Kraftwerksneubau am Standort Jänschwalde und keine Inanspruchnahme des Zukunftsfeldes Jänschwalde-Nord vor. 2400 Menschen wird die Umsiedlung erspart. Umziehen sollen wegen des Bergbaus nur noch 200 Einwohner von Mühlrose. Über ein drittes Erweiterungsfeld, Welzow-Süd II, soll bis 2020 entschieden werden.

Die Bauindustrie in Brandenburg und Sachsen fordert unterdessen von den beiden Landesregierungen ein klares Konzept für den Strukturwandel in der Lausitz. Es sei wichtig, in der Braunkohleregion weitere industrielle Kerne zu schaffen, hieß es von den Bauindustrieverbänden für die Regionen Berlin-Brandenburg und Sachsen/Sachsen-Anhalt. Auf Firmen aus der Bauwirtschaft, die Kooperationen mit Tagebauen und Braunkohlekraftwerken haben, kämen mit der schwindenden Bedeutung des fossilen Energieträgers große Aufgaben zu, um die Auftragslage in der Region stabil zu halten. Die Verbände appellierten zugleich an die Firmen, sich frühzeitig breiter aufzustellen und ihr Portfolio zu erweitern.

Am Mittag wollen die beiden Bauindustrieverbände an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) in einer Fachveranstaltung über den Strukturwandel in der Lausitz und die Folgen für die Bauwirtschaft sprechen, wie sie ankündigten. Das Treffen ist auf dem Campus in Senftenberg geplant.