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| 18:50 Uhr

Natur
Bemerkenswerte Pilzfunde

Lutz Helbig präsentiert seine mageren Funde von zwei Stunden Suchen in der Drebkauer Umgebung: 
Lutz Helbig präsentiert seine mageren Funde von zwei Stunden Suchen in der Drebkauer Umgebung:  FOTO: Marion Hirche
Drebkau. Pilzexperte Lutz Helbig aus Drebkau auf Tour in der Tagebaufolgelandschaft Von Marion Hirche

Wer jetzt schon mit Messer und Körbchen losziehen will, um Pilze zu sammeln, der hat ein schwieriges Unterfangen vor sich, denn es ist noch nicht viel Sammelbares vorhanden. An alten Brandstellen und an Kiefernwaldrändern entdeckt  der Mensch mit aufmerksamen Augen meist nur giftige Lorcheln, die auf Grund ihrer hirnartigen Kappe gut erkennbar sind. Wer tatsächlich etwas Verwertbares haben will, der nimmt nicht nur die vielen Kräuter von den Wegesrändern und Wiesen, wie Koblauchrauke oder falschen Schnittlauch mit, sondern der findet unter Büschen auch schon Spitzmorcheln und Käppchenmorcheln, die ihren Namen auf Grund ihrer Kappenform haben. Diese Pilze schmecken gebraten, beim Trocknen entfalten sie ein noch besseres Aroma. Trotzdem sollten nur gute Pilzkenner jetzt diese Erdfrüchte sammeln.  Lutz Helbig aus Drebkau ist Experte, er holt sich diese ersten Pilze des Jahres und macht Hoffnung für alle anderen Sammler: „Demnächst gibt es auch die Mairitterlinge und die Schlehenrötlinge.“

Er selber hatte den ganzen Winter über mit dem Thema Pilze zu tun. Der Pilzsachverständige hat  seine  Untersuchungen im Lärchenforst in der Tagefolgelandschaft des Tagebaus Welzow Süd ausgewertet. Zusammen mit seinem Kollegen Rene Jarling hat er die Fakten in der Pilzkundlichen Fachzeitschrift „Boletus“ veröffentlicht. Bei der Begehung im November fanden die beiden Autoren immerhin zwölf verschiedene  Pilzarten in dem Lärchenforst. Mit der Grauen Sattellorchel wurde der südlichste Standort in Brandenburg entdeckt. „Es ist schon erstaunlich, was wir dort entdeckt haben. Das Gelände ist ja nach dem Tagebau erst 24 Jahre alt, aber hier haben sich definitiv wieder Pilze angesiedelt. Das spricht für eine lebendig Natur“,  betont der 58-Jährige.

Im letzten Jahr hatte er mit der „Falschen Rotkappe“ eine Pilzrarität hier nachgewiesen. Nach der Veröffentlichung über die Entdeckung hat Lutz Helbig Informationen über weitere Standorte von Pilzexperten bekommen. Fünf weitere Vorkommen wurden ihm gemeldet. Der Pilz stammt ursprünglich aus Amerika und kam über das Baltikum nach Deutschland. Er steht nach wie vor auf der Roten Liste. Neues über die „Falsche Rotkappe“ will Helbig am 13. Oktober bei der Pilzwanderung in Raakow berichten. Davor freut er sich aber auf die Teilnehmer des Drebkauer Kreisels, die am 6. Mai auch das Angelheim in Raakow wieder als Stempelstelle anfahren können.