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| 16:25 Uhr

Hitliste 2018
Mia und Finn sind die beliebtesten Vornamen in Cottbus

 Das Cottbuser Standesamt hat 2018 insgesamt 1239 Geburten beurkundet.   Foto: riggleton/shutterstock.com
Das Cottbuser Standesamt hat 2018 insgesamt 1239 Geburten beurkundet. Foto: riggleton/shutterstock.com FOTO: riggleton/shutterstock.com
Cottbus. Das Standesamt Cottbus hat im vergangenen Jahr 1239 Geburten beurkundet. Bei der Wahl der Vornamen führen Mia und Finn die Hitliste 2018 an. Aber es gibt auch ganz andere und seltene Namenswünsche bei Cottbuser Eltern. Von Andrea Hilscher

Annegret Sonnenfeld hat schon so ziemlich alles gesehen, was der Namensmarkt in Deutschland hergibt. Als Leiterin des Standesamtes muss sie entscheiden, welche Vornamen Eltern ihren Kindern geben dürfen – und wo Grenzen überschritten werden. „Ganz klar darf das Kindeswohl nicht durch eine seltsame Namensgebung gefährdet sein“, sagt Annegret Sonnenfeld. Außerdem müssen Eltern belegen können, dass es sich bei ihrem Wunsch tatsächlich um einen Namen handelt, der bereits vergeben wurde.

„Wir sind allerdings tolerant“, sagt die Chefin des Standesamtes. „Die meisten Eltern informieren sich auf Babyseiten im Internet und suchen sich dort heraus, was ihnen gefällt. Im vergangenen Jahr hat das Standesamt daher Mädchennamen wie Elyn, Harleen, Minelle oder Taleja beurkundet. Jungen wurden auf Namen wie Lias, Aris, Malo, Taron oder Torin getauft.

Nicht alle Eltern haben sich mit diesen fantasiereichen Kreationen begnügt: Sie haben ihren Kindern gleich zwei Vornamen mit auf den Lebensweg gegeben. Darüber freuen sich die Mädchen Alenka Lorelay, Jezabelle Justine, Meera Leandra und Janna Lenina sowie die Jungen Milan Pio, Leyo Fin und Artorius Richard.

„Diese Kinder können sich entscheiden, was sie gern als Rufnamen nutzen möchten“, erklärt Annegret Sonnenfeld. Diese Möglichkeit gibt es bei Doppelnamen mit Bindestrich nicht. Delilah-Jane, Hailey-Grace oder Svana-Anett müssen in jedem Formular beide Vornamen angeben, ebenso geht es Marvin-Chiderea, Jaydon-Jaxon, Lino-Sanches oder Jorden-Collin.

 Die beliebtesten Vornamen 2018 in Cottbus im Vergleich zu 2017.
Die beliebtesten Vornamen 2018 in Cottbus im Vergleich zu 2017. FOTO: LR / Lehmann/lr

Einfacher haben es die Kinder mit den aktuellen Lieblingsnamen: Mia, Anna und Emma bei den Mädchen, Finn, Ben und Karl bei den Jungen. Annegret Sonnenfeld: „Die Beliebtheit bestimmter Namen ist immer an eine Region gebunden – die Laussitzer haben immer andere Vorlieben als der Bundesdurchschnitt.“ Hier nämlich lagen 2018 Mila und Emilia ganz vorn, bei den Jungen waren es Leon und Liam.

Die Zuwanderung von Geflüchteten schlägt sich in der diesjährigen Beliebtheitsskala nicht nieder. 2018 hat das Standesamt 1239 lebend geborene Kinder beurkundet (651 Jungen, 590 Mädchen), im Vorjahr waren es 1144 Babys. 251 von den 2018 geborenen Kindern stammen aus Familien mit Migrationshintergrund.

716 Elternpaare haben sich dabei mit einem Namen begnügt, 482 Kinder erhielten zwei Namen. 38 wurden von den Eltern mit drei Namen bedacht, drei Kinder erhielten vier und mehr Namen – häufig einer weitläufigen Verwandtschaft zu Ehren.

Die Mitarbeiter des Standesamtes beurkunden nicht nur neu geborenes Leben, auch Sterbefälle müssen sie registrieren. Im letzten Jahr hatten sie es mit 2223 Todesfällen zu tun, 30 mehr als im Vorjahr.

Und auch Eheschließungen beschäftigen Annegret Sonnenfeld und ihre Kollegen stärker als sonst. 2918 wurden im Standesamt Cottbus 341 Ehen geschlossen, 20 mehr als im Vorjahr. Annegret Sonnenfeld: „Darunter waren auch sieben gleichgeschlechtliche Ehen, drei Paare haben ihre Lebenspartnerschaft in eine Ehe umwandeln lassen.“

Der August war dabei der beliebteste Monat: 58 Paare schlossen hier den Bund der Ehe, acht davon am 8. 8. 18, neun am 18. 8. 18. Auch in diesem Jahr gab es bereits einen beliebten Schnapszahl-Tag: Am 19. 1. 19 haben sieben Paare geheiratet. Für den 19. 9. 19 hat das Standesamt noch Termine zu vergeben.