ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 20:15 Uhr

Nach fünf Jahren
Beliebte „Pflege“ in Senftenberg

Das Konrad-Zuse-Medienzentrum auf dem Senftenberger Uni-Campus.
Das Konrad-Zuse-Medienzentrum auf dem Senftenberger Uni-Campus. FOTO: --
Cottbus/Senftenberg. Der BTU-Standort hat nach der Hochschulfusion 2013 die ersten Jahrgänge in Pflegeberufen ausgebildet. Die erfolgreiche Aufbauphase als Bestandteil des Brandenburgischen Gesundheitscampus neigt sich dem Ende zu. Von Jenny Theiler

Die BTU Cottbus-Senftenberg hat auf den anhaltenden Notstand im Bereich der gesundheitsbasierten Berufe in Brandenburg reagiert.  Mit der Fusion der Standorte Senftenberg und Cottbus im Jahr 2013 hat die Hochschule einen neuen Unterrichtsschwerpunkt für Gesundheit ins Leben gerufen, der am Standort Senftenberg gelehrt wird. Damit setzt die neue Uni die Orientierung der rot-roten Landesregierung in diesem Bereich um – Senftenberg auf dem Weg zu einem neuen Gesundheitscampus.

Bereits im Oktober 2013 wurden die berufsintegrierenden Bachelorstudiengänge Pflegewissen-
schaft und Therapiewissenschaften genehmigt. Ein anschließendes Masterstudium im Bereich Berufspädagogik für Gesundheitsberufe wurde 2015 von der ersten Studiengruppe anvisiert. Grund für die Erweiterung des Studienangebotes ist vor allem der demografische Wandel und der damit verbundene gestiegene Versorgungsbedarf in der brandenburgischen Bevölkerung.

Sowohl bei den Studierenden als auch bei wissenschaftlichen Mitarbeitern sind die gesundheitsbezogenen Studienfächer sehr beliebt, wie die Statistik der vergangenen Jahre zeigt. Seit 2013 stieg die Anzahl der Studenten kontinuierlich an. Aktuell sind 344 Studierende in einem der Bachelor- oder Masterstudiengänge eingeschrieben. Mit dem Beschluss „Gesundheitsforschung stärken – hochwertige medizinische Versorgung sichern“ des brandenburgischen Landtages im Jahr 2015 hat der Aufbau eines Gesundheitscampus in Brandenburg begonnen. Mit diesem Konzept soll die gesundheitliche Versorgung im Land langfristig gesichert werden. Außerdem stehe die Aus- und Weiterbildung von medizinischem Fachpersonal und die gemeinsame Graduiertenförderung im Fokus.

Aufgrund des steigenden Interesses an einem gesundheitsbezogenen Studium wurde im Jahr 2016 das Institut für Gesundheit mit sieben Fachgebieten gegründet. „Derzeit wird noch an der Akkreditierung der gesundheitsbezogenen Studiengänge gearbeitet“, erklärte Prodekanin Anja Walter vom Studiengang Pflegewissenschaft und Pflegedidaktik. „Der nächste Schritt ist der Aufbau von zwei weiteren Masterstudiengängen: Klinische Expertise in der Pflegewissenschaft sowie komplexe Leistungsdiagnostik in den Therapiewissenschaften“, kündigte die Professorin an.

Das neueste Ausbildungsformat der neuen Gesundheitsfakultät ist das Zertifikatsstudium zum Praxisanleiter für Gesundheitsberufe, das im Februar diesen Jahres an den Start ging. Grund für das neue Angebot ist unter anderem das Pflegeberufereformgesetz. Das Studium richtet sich an Mitarbeiter aus Gesundheits- und Sozialberufen wie Kranken- und Altenpfleger, Physiotherapeuten, Notfallsanitäter, Hebammen, Laborassistenten, Heilerziehungspfleger, Ergotherapeuten und Logopäden. Mit dieser Zusatzausbildung sollen der notwendige Qualifizierungsbedarf gedeckt und die knappen Personalressourcen in den Gesundheitsberufen aufgestockt werden. „Inhaltlich geht es um innovative Methoden des Lehrens und Lernens in der Berufspraxis und um die lernförderliche Ausgestaltung des praktischen Lernortes in allen gesundheitsberuflichen Ausbildungen“, erklärt Anja Walter. Die Aufbauphase des Gesundheitscampus ist fast abgeschlossen. Um die gesundheitsbezogenen Studiengänge auch weiterhin zu festigen, werden progressive Praxiseinrichtungen gesucht. Zusammen mit diesen Einrichtungen sollen Konzepte entwickelt werden, um die Absolventen möglichst effektiv in ihr künftiges Berufsleben zu integrieren.

Bisher funktioniere die berufliche Integration von Studenten bereits recht gut. „Die Studierenden des Masterstudienganges Berufspädagogik für Gesundheitsberufe sind bereits beim Studienanfang, spätestens aber beim Studienende alle an Schulen für Gesundheitsberufe tätig“, erklärt die Prodekanin Anja Walter.