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Bei Schulkooperation sieht Burg noch Klärungsbedarf

Burg. Soll das Amt Burg das Kolkwitzer Gesamtschul-Projekt unterstützen oder nicht? Diese Frage stand diese Woche im Mittelpunkt einer Beratung des Bildungsausschusses. Landrat Harald Altekrüger warb im Haus der Begegnung für das Projekt. Ulrike Elsner

Er betonte: "Nur wenn wir uns einig sind, dass wir das für den Landkreis wollen, haben wir eine Chance." Für die weitere Planung müsse eine Entscheidung noch vor den Sommerferien fallen.

Und tatsächlich benötigt das Kolkwitzer Projekt Unterstützung aus Burg. Denn für die Errichtung einer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe ist eine Vierzügigkeit mit mindestens 108 Schülern je Jahrgang erforderlich. Das ist jedoch nur erreichbar, wenn Burg sich zur Kooperation entschließt. Bei der Burger Amtsverwaltung haben die von der Kreisverwaltung vorgetragenen Schülerzahlen Überraschung ausgelöst. Demnach würde im kommenden Schuljahr die Mindestschülerzahl von 108 Schülern beim Übergang in die Klassenstufe 7 nicht nur erreicht, sondern mit 123 sogar übertroffen. In den darauffolgenden Jahren dürfte das aber nicht immer der Fall sein. Denn die Einschulungszahlen in die Sekundarstufe I liegen bis zum Schuljahr 2020/2021 nach Angaben der Kreisverwaltung zwischen 176 und 206 Schülern. Bei einem 40-prozentigen Anteil von Gymnasiasten betrüge die geringste Schülerzahl, mit der geplant werden kann, bei 105. Die notwendige Schülerzahl von 108 wäre in diesem Fall also nicht erreicht.

"Es geht darum, im ländlichen Raum einen ordentlichen Bildungsweg zu sichern", sagte der Kolkwitzer Bürgermeister Fritz Handrow im Burger Bildungsausschuss. Die Großgemeinde schlägt vor, jeweils zwei Züge der Jahrgangsstufen 7 bis 10 in Burg und Kolkwitz zu etablieren. "Wie aber sichern wir ab, dass wir unsere Schule nicht platt machen?", gab die Burger Bürgermeisterin Ira Frackmann zu bedenken.

"Wir sind nicht dagegen, aber es sind zu viele Fragen noch nicht geklärt", fasste der Amtsausschussvorsitzende Joachim Dieke (Werben) zusammen und benannte unter anderem das Wahlverhalten der Eltern und den Schülerverkehr. Ulrich Noack (Burg) schlug vor, erst einmal zu klären, ob ein solches Projekt auf einem Schulverband oder einer Kooperation basieren soll.

"Die Idee ist nicht schlecht", konstatierte Bernhard Krumpelt (Burg). Wegen der geäußerten Bedenken sei es jedoch sinnvoll, "auf fachlicher Ebene an einer Lösung zu arbeiten, die alle zufrieden stellt". Am Ende war sich der Ausschuss einig: Wir wollen uns nicht unter Zeitdruck setzen lassen.