| 02:33 Uhr

Behaglichkeit und Effizienz

Stefan Schultchen zeigt einen umgerüsteten Warmluftkachelofen im Büro der Kamine und Öfen Genossenschaft des Ofensetzerhandwerks e.G. an der Liebknechtstraße in Cottbus. Dieser wurde mit einem neuen Heizeinsatz ausgestattet.
Stefan Schultchen zeigt einen umgerüsteten Warmluftkachelofen im Büro der Kamine und Öfen Genossenschaft des Ofensetzerhandwerks e.G. an der Liebknechtstraße in Cottbus. Dieser wurde mit einem neuen Heizeinsatz ausgestattet. FOTO: chk2
Cottbus. Heizen mit Holz schafft wohlige Wärme und Gemütlichkeit in den eigenen vier Wänden. Doch Ofenbesitzer müssen seit der Novellierung der Kleinfeuerungsanlagenverordnung einiges beachten. Christiane Klein / chk2

"Am 31. Dezember diesen Jahres endet die Frist zur Nachrüstung oder Außerbetriebnahme von Kachelöfen oder Kaminen, deren Typenprüfung zwischen 1975 und 1984 war", sagt Stefan Schultchen, Geschäftsführer der Kamine und Öfen Genossenschaft des Ofensetzerhandwerks e.G. in Cottbus.

"Wir bekommen immer wieder Nachfragen von Kunden zu diesem Thema, viele wissen nicht Bescheid", hat der Fachmann festgestellt. Er empfiehlt Ofenbesitzern, sich mit einem Fachbetrieb oder einem Schornsteinfeger in Verbindung zu setzen und die Feuerstätte prüfen zu lassen. "Wer seinen Ofen weiter betreiben möchte, der sollte sich jetzt kümmern", betont Stefan Schultchen. Mit der Neufassung der Bundesimmissionsschutzverordnung gelten seit mehreren Jahren verschärfte Grenzwerte für neu errichtete Holzfeuerstätten, aber auch für Bestandsanlagen. Wer seinen älteren Kamin oder Kachelofen erhalten und weiter nutzen möchte, der kann diese mit einem modernen Heizeinsatz nachrüsten. "Moderne Systeme haben einen besonders hohen Wirkungsgrad, verbrauchen weniger Brennstoff und sparen Kosten", heißt es in einer Infobroschüre der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Kachelofenwirtschaft. Zudem hätten Neugeräte einen geringeren Wartungsaufwand als Altgeräte. Weitere Informationen gib es beispielsweise unter www.kachelofenwelt.de .

Heizen mit Holz war nicht nur in der Vergangenheit beliebt, es ist bis heute auch bei Neubauten ein großes Thema. Wer in einem neuen Haus mit Holz heizen möchte, sollte bereits bei der Planung einige Punkte berücksichtigen, rät Stefan Schultchen. So sollte eine automatische Abschaltanlage für kontrollierte Wohnraumlüftungsanlagen und Ablufthauben installiert werden, die diese Geräte ausschaltet, wenn der Kamin in Betrieb ist. "Im schlimmsten Fall kann es sonst passieren, dass durch den Unterdruck Rauchgase in den Wohnraum gezogen werden", sagt der Fachmann. Zudem sollte bereits ein entsprechendes Fundament an der Stelle im Boden errichtet werden, an der der Kamin oder Ofen später stehen soll, und eine Verbrennungsluftleitung verlegt werden. "Bauherren sollten außerdem schon beim Bauen entscheiden, welche Anlage sie später haben wollen, um den passenden Schornstein gleich mit zu integrieren. Der Durchmesser des Schornsteins variiert, je nachdem ob ich einen kleinen Kaminofen oder doch eine größere Kaminanlage möchte", sagt der Geschäftsführer. Er empfiehlt Bauherren außerdem, über die Installation von wassergeführten Kaminen oder Öfen nachzudenken und diese mit an die Heizungsanlage anzuschließen: "Solche Anlagen gibt es in verschiedenen Formen und Leistungsklassen. Der Vorteil ist ihre Nachhaltigkeit, denn mit der erzeugten Wärme lässt sich der Pufferspeicher mit beheizen."

Nicht nur Kamine und Öfen mit Wassertechnik gehören zu den Innovationen auf dem Markt. Neu sind auch stromlose Pelletöfen. "Dabei wird ein Tank mit Pellets befüllt und brennt über mehrere Stunden. Die Nachlegeintervalle sind damit deutlich länger. Das ist ideal für Kunden, die kein Holz hacken oder tragen wollen", erklärt Schultchen. Herkömmliche Pelletöfen bräuchten Strom um Antrieb der Förderschnecke für die Pellets und um die Abgase über einen Ventilator in den Schornstein zu leiten. Bei der stromlosen Variante würden die Abgase über den Naturzug abgeleitet.

Weder Pellets noch Holz oder Briketts müssen bei modernen Gaskaminen geschleppt werden. "Gaskamine liegen in Großstädten zum Beispiel in Eigentumswohnungen bereits im Trend und sind auch bei uns im Kommen", sagt Stefan Schultchen. Die Anlagen sind über den Erdgasanschluss betreibbar und in verschiedenen Größen erhältlich. "Das Flammenbild ist fast das Gleiche wie bei echtem Feuer und man hat eine saubere Verbrennung."