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| 02:34 Uhr

Baugeschichte als Besuchermagnet

In Gubin gibt es Überlegungen, die Villa Wolf, das Erstlingswerk des Architekten Ludwig Mies van der Rohe, wieder aufzubauen.
In Gubin gibt es Überlegungen, die Villa Wolf, das Erstlingswerk des Architekten Ludwig Mies van der Rohe, wieder aufzubauen. FOTO: privat
Cottbus. Mit der "Unbekannten Moderne" will die Lausitz zeigen, dass sie mehr zu bieten hat als Braunkohle und Spreewaldgurken. Rechtzeitig zum Bauhaus-Jubiläum 2019 soll es ein neues touristisches Angebot zur Architekturgeschichte und Industriekultur geben. Das Konzept steht, Partner sind gewonnen. Jetzt gilt es, Fördertöpfe für die Finanzierung anzuzapfen. Nicole Nocon

"Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und sind derzeit in der Warteposition", beschreibt Norman Müller, Geschäftsführer der Energieregion Lausitz-Spreewald, den aktuellen Stand der Dinge. "Noch konnten keine Anträge auf Förderung über das Interreg-Programm gestellt werden. Wir hoffen, dass das noch in diesem Jahr möglich sein wird. Wir sind gut vorbereitet", sagt Müller. Er ist optimistisch, dass die Grundfinanzierung des grenzüberschreitenden Projekts "Unbekannte Moderne" über Interreg-Mittel abgesichert werden kann. Sobald ein positiver Bescheid vorliegt, sollen mit den Partnern in der Lausitz und der polnischen Grenzregion konkrete Vereinbarungen zur Umsetzung des Projekts "Unbekannte Moderne" getroffen werden.

Ziel ist es, die zahlreichen Bauten und Erinnerungsstätten der modernen Architektur der 1920er- und 1930er-Jahre in der deutsch-polnischen Euroregion Spree-Neiße-Bober der Öffentlichkeit bekannt und zugänglich zu machen, die einzelnen Standorte zu vernetzen und in ein grenzüberschreitendes kulturtouristisches Angebot einzubinden. Zu den Partnern gehören unter anderem das Kunstmuseum Dieselkraftwerk, das Institut für Neue Industriekultur, das IBA-Studierhaus und auf polnischer Seite die Universität Zielona Góra, das Wojewodschaftsamt für Denkmalpflege in Zielona Góra und die Stadt Gubin. "Dadurch können wir auf ein großes Fach- und Erfahrungswissen bei der Umsetzung des Projektes zurückgreifen", freut sich Müller.

Das Netz der "Unbekannten Moderne" in der Euroregion spannt sich über rund 30 Standorte dies- und jenseits der Neiße. Darunter sind das ehemalige Kaufhaus Schocken in Cottbus, der Bismarck-Turm in Burg, die Siedlung Jerusalem in Forst oder die Villa Wolf, das Erstlingswerk des Bauhaus-Architekten Ludwig Mies van der Rohe, in Gubin.

Norman Müller ist überzeugt, dass die Region sehr profitieren kann, wenn sie dieses kulturhistorische Potenzial nutzt und gemeinsam vermarktet. "Neben dem etablierten Wasser-, Rad- und Kulturtourismus kann die Unbekannte Moderne verstärkt ein internationales Publikum und zahlungskräftiges Klientel anziehen", erhofft er sich. Bei der touristischen Erschließung der deutschen Standorte solle auch der polnische Sprachkreis berücksichtigt werden, da inzwischen viele Besucher aus Polen Angebote in der Lausitz nutzen.

Das Land Brandenburg ist wie der Bund inzwischen dem Bauhaus-Verbund beigetreten. Auch von dieser Seite verspricht sich die Energieregion Unterstützung bei der Vermarktung und Finanzierung des Projektes "Unbekannte Moderne".

Zum Thema:
2019 wird das 100. Jubiläum des Staatlichen Bauhauses gefeiert. Der Architekt Walter Gropius hatte die Kunstschule 1919 in Weimar gegründet. Nach Art und Konzeption war das Bauhaus etwas völlig Neues, da es Kunst und Handwerk zusammenführte. Das Bauhaus wurde die einflussreichste Bildungsstätte für Architektur, Kunst und Design. Heute gilt es weltweit als Heimstätte der Avantgarde und Klassischen Moderne. Quelle: Wikipedia