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| 17:25 Uhr

Kooperation von Tierpark und OSZ Cottbus
Praxisluft rund ums Sittichhaus

OSZ unterstützt Tierpark
OSZ unterstützt Tierpark FOTO: Elsner / LR
Cottbus. Baufachschüler vom OSZ Cottbus unterstützen den Tierpark bei der Bauplanung und erwerben dabei wichtige Kompetenzen. Von Ulrike Elsner

Ob mit dem Bau der Flamingo-Lagune, dem im vorigen Jahr sanierten Hexenhaus oder der neuen Zooschule – der Cottbuser Tierpark wird immer schöner. Baufachschüler vom Oberstufenzentrum Cottbus haben daran wesentlichen Anteil.  „Zwischen 20 und 25 Projekte haben sie in den vergangenen 15 Jahren bearbeitet“, resümiert Tierparkdirektor Dr. Jens Kämmerling. Ihre Ideen sind in konkrete Planungen eingeflossen oder direkt umgesetzt  worden.

„Kaum einer ahnt, dass vielen Projekten Aufmaße und Studien zugrunde liegen, die im OSZ Cottbus, Fachschule für Bautechnik, erarbeitet, wurden“, sagt die leitende Fachlehrerin Elke Choschzick. Die Fachschüler haben die Vorplanungen für Vogel-Lagune und Zooschule erarbeitet, das alte Raubtierhaus als Arbeitsgrundlage für den Raubtierhausneubau komplett aufgemessen und Studien für ein Haus für „kalte Leoparden“ entwickelt. Auch Entwürfe für ein Wolfsareal mit Beobachtungsstand gibt es bereits.

Derzeit arbeiten zwei Fachschüler an Umbauplänen für das Sittichhaus und das Heizhaus. Das Sittichhaus ist in den 90er-Jahren entstanden. Wellensittiche und Kubaamazonen, eine Papageienart, finden hier ihr Winterquartier. Die Bedingungen für Vögel und Tierpfleger sind aber alles andere als optimal. Zu wenig Licht, eine mangelhafte Heizung und vor allem viel zu wenig Platz machen ihnen in der kalten Jahreszeit das Leben schwer.

Also wegreißen und neu bauen? „Es gibt eine sinnvollere Variante“, sagt der Technische Leiter des Tierparks Jan Plößl. Neue Lösungen in alte Gebäude zu integrieren, sei  kostengünstiger, für die Planer aber aufwendiger.  Baufachschüler Richard Althoff hat das Projekt Sittichhaus  übernommen. Der 28-Jährige schätzt den Praxisbezug der  Aufgabe, für deren Lösung  er viele Anforderungen unter einen Hut bringen muss: die besonderen Belastungen für das Gebäude ebenso wie die Arbeitsbedingungen für die Tierpfleger, die Bedingungen artgerechter Haltung der Vögel wie die Wünsche der  Besucher. So erwirbt er wichtige Kompetenzen für seinen Beruf.

Auch Elke Choschzick schätzt diese Form der praxisnahen Ausbildung als optimale Vorbereitung auf das Arbeitsleben. Sie eröffne ihren Studenten gerade angesichts des aktuellen Fachkräftemangels ein großes Spektrum von Einsatzmöglichkeiten, in der freien Wirtschaft genauso wie auf der mittleren Führungsebene als Bauleiter oder Bauüberwacher, in Planungsbüros, Bauämtern oder bei der Gründung einer eigenen Firma und der Ausbildung von Lehrlingen. Auch ein anschließendes Master-Studium sei möglich.

Robert Finke (27) bearbeitet den Umbau des Heizhauses. Neue Heiztechnik lässt dort Raum für eine zusätzliche Nutzung. Eine Werkstatt für Metall- und Holzarbeiten soll einziehen. Da die alten Bauunterlagen fehlen, hat die Aufgabe mit einer Vermessung begonnen. Die Bauzustandsanalyse hat zum Glück nur kleinere Schäden ergeben.

„Die Ausbildung am OSZ ist sehr praxisbezogen“, lobt auch Robert Finke. Das sei „sehr vorteilhaft“ im Hinblick auf die künftige Herausforderungen des Berufs. Dabei kann das OSZ neben dem Tierpark auf weitere Partner bauen. „Auch im Innenstadtbereich sind die zukünftigen Bautechniker aktiv“, berichtet Elke Choschzick. „In Zusammenarbeit mit einem großen örtlichen Wohnungsbauunternehmen werden Bauzustandsuntersuchungen durchgeführt und Bestandsunterlagen erstellt.“ Bei der Untersuchung des denkmalgeschützten Dachstuhls im Haus Altmarkt 26 fanden die Fachschüler Fleischerhaken im Gebälk. Nachforschungen im Stadtarchiv ergaben, dass sich in dem 1544 errichteten Haus zwischen 1808 und 1842 eine Fleischerei  befand.