Von Andrea Hilscher

Die erste Bodenplatte ist bereits gegossen, ein riesiger Baukran dreht sich auf dem Areal im Schlosspark Raakow. Hier kann jetzt offiziell der Grundstein für den ersten Bauabschnitt eines neuen Wohnparks gelegt werden – direkt neben der Ruine des ausgebrannten Schlosses. Bauherr ist der Drebkauer Unternehmer Torsten Koalick.

Daniela Menzel-Neumann, Leiterin des Drebkauer Bauamtes, begleitet den Unternehmer seit vielen Jahren bei seinen Projekten. Die Entwicklung des Raakower Schlossparkes war offenbar ein besonders zähes Unterfangen. „Koalicks haben das Areal nach der Jahrtausendwende vom Amt erworben. Es gab mehrere Anläufe und unterschiedliche Varianten, wie das Gelände und das Schloss zu nutzen wären“, sagt die Bauamts-Chefin. Allerdings sei es nie zu einer Einigung mit dem Denkmalschutz gekommen. Schließlich handelt es sich bei dem Schlosspark um ein Landschafts- und Bodendenkmal, das Barockschloss gilt als Baudenkmal.

Im Jahr 2009 war das Schloss Raakow allerdings vollkommen ausgebrannt. Vor einem Jahr sind die Besitzer dann gemeinsam mit der Stadt in die Planung des künftigen Wohnparks gegangen. „Ich hätte nie gedacht, dass wir auf einem derart komplizierten Gelände innerhalb nur eines Jahres Baurecht schaffen“, sagt Daniela Menzel-Neumann.

Im ersten Bauabschnitt auf dem 15 000 Quadratmeter großen Gelände werden zunächst 21 Wohneinheiten gebaut. Laut Bauherr Torsten Koalick handelt es sich um Ein-, Zwei-, Drei- und Vierraumwohnungen. Alle sind barrierefrei geplant, haben jeweils einen Balkon, eine Terrasse oder eine Dachterrasse und eine moderne Einbauküche.

Die genauen Mietpreise stehen noch nicht fest. Projektleiter Frank Szymanski sagt: „Wir sprechen mit den künftigen Mietern natürlich über ihre Wünsche. Davon hängt dann letztlich auch der individuelle Mietpreis ab.“ Schon jetzt gebe es mehrere Anfragen von Interessenten. Bezugsfertig werden die ersten Wohnungen im kommenden Jahr.

Insgesamt sind nach Auskunft der Verwaltung drei Mehrfamilienhäuser und ein Anbau an die Schlossruine geplant. Daniela Menzel-Neumann: „Der Bedarf für solche Wohnungen in Drebkau ist groß.“ Weder die Wohnungsbaugesellschaft noch die Genossenschaft haben barrierefreie Wohnungen in ihrem Bestand, was offenbar gerade für ältere Drebkauer zunehmend zu einem Problem wird. Außerdem suche auch Torsten Koalick selbst immer wieder nach Wohnungen für seine Mitarbeiter – Fachkräfte, die immer häufiger auch von außerhalb zuziehen.