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| 17:27 Uhr

Bauen in Cottbus
Bauboom bremst Schulsanierung

FOTO: Stadt Cottbus
Cottbus. Handwerker-Mangel: Anfallende Arbeiten können nicht mehr nur in den Ferien erledigt werden. Lehrer und Schüler sollen von den Bauarbeiten allerdings möglichst wenig gestört werden. Von Andrea Hilscher

Der anhaltende Bauboom in der Region hat auch seine Schattenseiten: Anstehende Sanierungsarbeiten an Schulen können nicht wie in den Vorjahren allein in den Ferien erledigt werden.

Gegenwärtig, so heißt es aus dem zuständigen Fachbereich, seien die hohen Auslastungen der Firmen deutlich zu spüren. Bei Ausschreibungen, insbesondere der Technischen Gewerke, werden gegenwärtig sehr wenige Angebote eingereicht. Zum Teil geht hier bei Ausschreibungen bei einzelnen Baulosen nur ein Angebot ein. Stadtsprecher Jan Gloßmann erklärt: „Wir müssen die Firmen dann einsetzen, wenn wir sie bekommen.“ Das sei mit den Schulleitern abgesprochen und führe im Regelfall nicht zur Beeinträchtigung des Unterrichtes.

Neben den Terminproblemen hat die Verwaltung auch mit erhöhten Baukosten zu kämpfen, die zum Teil auf gestiegenen Materialkosten beruhen. Hier wird versucht, Kompensationsmaßnahmen innerhalb der Projekte zu finden (Neuausschreibungen, Akquise von zusätzlichen Fördermitteln, Umplanung).

Bereits fertiggestellt ist der Schulkomplex Astrid-Lindgren-Grundschule. Mit Schuljahresbeginn können die Schüler wieder ihren Unterricht am Standort Nordrand aufnehmen. Die Arbeiten dort hatten zwei Jahre gedauert, insgesamt 9,8 Millionen Euro gekostet.

Im Ludwig-Leichhardt-Gymnasium wurde nach langer Wartezeit jetzt mit den Arbeiten am vierten Bauabschnitt (Haus A) begonnen. In den Sommerferien sollen insbesondere die lärmintensiven Abbrucharbeiten erfolgen. Die Realisierung des Gesamtprojektes ist bis zum dritten Quartal 2020 geplant. Die Kosten dafür liegen bei rund 4,5 Millionen Euro.

An der Theodor-Fontane-Gesamtschule erfolgen gegenwärtig die Planungen für den zweiten Bauabschnitt: die Sanierung der Schulgebäude A und B einschließlich angrenzender Außenanlagen. Für den Zeitraum der Bauarbeiten müssen einige Klassen an den Ersatzstandort Elisabeth-Wolf-Straße (ehemals Steenbeck-Gymnasium) ziehen.

Im Hort Pünktchen & Anton werden die Kapazitäten von 110 auf insgesamt 175 Kinder erweitert. Dafür wird unter anderem das zweite Obergeschoss ausgebaut. Die Finanzierung in Höhe von zwei Millionen Euro erfolgt über das Bund-Länder-Programm Stadtumbau Aufwertung. Die Arbeiten sollen im Herbst 2020 abgeschlossen sein.

Geduld brauchen Lehrer und Schüler der überlasteten Standorte der Spreeschule. Nach erfolgter EU-weiter Ausschreibung der Generalplanung beginnt die Planung für den neuen Standort der Förderschule im Bereich Elisabeth-Wolf-Straße (ehemaliger Standort des Steenbeck-Gymnasiums). Dort sollen die bisherigen drei Standorte zusammengeführt werden.

Dafür muss kräftig saniert werden: In einem ersten Bauabschnitt soll das Gebäude an der Spreeseite erneuert werden, eine neue Turnhalle ist geplant, auch die Außenanlagen müssen teilweise saniert werden. Für diese Arbeiten, die aus Fördermitteln finanziert werden, sind 8,7 Millionen Euro veranschlagt.

Nach Auskunft von Stadtsprecher Jan Gloßmann wird derzeit noch nach einer Lösung für den überlasteten Standort an der Rudniki gesucht: Dort hatte die Stadt auf den Einsatz weiterer Container gehofft, die das Land letztlich doch nicht zur Verfügung stellen wollte. „Bis es eine Lösung gibt, muss an der Spreeschule mit Verdichtung gearbeitet werden“, sagt Gloßmann. „Das ist nicht optimal, derzeit aber leider nicht zu ändern.“

Fortgesetzt werden die Umbaumaßnahmen für die Schmellwitzer Oberschule am Standort Neue Straße. Hinzu kommen nach Auskunft der Stadtverwaltung verschiedene Reparaturen im Rahmen der Bauunterhaltung an unterschiedlichen Gebäuden. Dafür stehen in diesem Jahr rund 2,9 Millionen Euro zur Verfügung.