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| 15:51 Uhr

Aus dem Cottbuser Landgericht
Zeugen aus Sachsen sagen zu Kolkwitzer Bankraub aus

 Aus dem Gericht
Aus dem Gericht FOTO: Frank Hilbert
Cottbus/Kolkwitz. Im Prozess am Cottbuser Landgericht muss sich einer der Tatverdächtigen wegen des Vorwurfs schweren Raubes verantworten. Der Angeklagte Lubos E. soll sich am 17. Juni 2015 an einem Bankraub in Kolkwitz beteiligt haben, bei dem die drei Täter mehr als 20 000 Euro und 700 Australische Dollar erbeuteten. Von Rene Wappler

Der Bankraub in Kolkwitz im Juni 2015 schien an jenem Tag bereits der zweite Versuch der Täter gewesen zu sein, auf illegale Weise an Geld zu gelangen. Diese Vermutung untermauern Zeugenaussagen im aktuellen Prozess am Cottbuser Landgericht. So erinnert sich eine Bankangestellte aus der Großenhainer Region Sachsen daran, dass sie in ihrem Beratungszimmer im sächsischen Zabeltitz saß. „Auf einmal flog die Tür auf, und ein Herr mit Skimaske und Waffe rief, dass er Bargeld wolle.“ Zwar habe sie erwidert, dass es in ihrem Büro kein Bargeld gäbe. Doch damit wollte er sich nach ihren Worten nicht zufriedengeben. „Er hat angefangen, die Schränke und meine Tasche zu durchwühlen.“ Dann habe sie nach einer Kollegin gerufen, woraufhin er hinausgerannt sei.

Drei Männer am Bankraub in Kolkwitz beteiligt

Im Prozess am Cottbuser Landgericht muss sich einer der Tatverdächtigen wegen des Vorwurfs schweren Raubes verantworten. Der Angeklagte Lubos E. soll sich am 17. Juni 2015 an einem Bankraub in Kolkwitz beteiligt haben, bei dem die drei Täter mehr als 20 000 Euro und 700 Australische Dollar erbeuteten. Lubos E. räumt ein, es treffe zu, dass er gemeinsam mit zwei weiteren Personen in die Kolkwitzer Sparkassenfiliale ging, um Geld zu erbeuten. Am Tag zuvor hätten sie ihn in einem Biergarten angesprochen. Sie könnten ihm einen Job bieten. Er sei zu diesem Zeitpunkt arbeitslos gewesen. Kurz nach Mitternacht seien sie losgefahren, in einem Auto, von dem er nicht gewusst habe, dass es gestohlen sei. In seinem Geständnis heißt es: „Als ich zur Außentür der Sparkasse ging, wurde mir klar, in was für einem Schlamassel ich steckte.“ Er habe die Aufgabe erhalten, die Tür im Vorraum abzusichern. „Ich hielt die Tür für eine Minute, dann wurde mir schlecht, und ich ging zum Auto.“

Friseurin erkennt Bankräuber

Eine Friseurin aus dem sächsischen Großenhain hatte den Angeklagten auf Lichtbildern der Polizei erkannt. Sie zählt zu den Zeugen, die im Verfahren am Cottbuser Landgericht aussagen. „Vor dem Geschäft in Zabeltitz stand ein großes dunkles Auto, das dann zum Ortsausgang fuhr und wieder zurückkehrte“, berichtet sie. „Ein Mann ging ins Büro der Sparkasse, der andere versuchte, die Tür festzuhalten.“ Sie habe sich zum Gebäude begeben, um zu fragen, „was das wird, wenn es fertig ist“. Daraufhin sei ihr einer der Männer mit gezogener Waffe entgegengekommen.

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Fluchtwagen von Banküberfällen FOTO:

Die Täter flohen mit dem Auto aus Zabeltitz, als sie feststellten, dass sich in der Beratungsfiliale tatsächlich kein Geld befand. Das geht aus den Unterlagen der Polizei hervor. Demnach versuchten die Beamten, die Bande noch an einer Straßenkontrolle in Sachsen zu fassen. Doch da waren die Bankräuber bereits unterwegs nach Kolkwitz, wie die Ermittler vermuten.

Der Prozess am Landgericht wird im Juni und Juli mit weiteren Terminen fortgesetzt.