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Bahnhofs-Baustelle im Praxistest

Beim Ein- oder Ausparken braucht dieser Radler am Cottbuser Bahnhof Fantasie, Kraft und eine Prise Humor.
Beim Ein- oder Ausparken braucht dieser Radler am Cottbuser Bahnhof Fantasie, Kraft und eine Prise Humor. FOTO: Peggy Kompalla
Cottbus. Der Bahnhof ist jetzt ganz offiziell die größte Baustelle in Cottbus – und das bis zum Jahr 2020. Für Fahrgäste kann der Bahnhofsbesuch zum Orientierungslauf werden. Pendler mit Auto brauchen Geduld und Glück. Auf die geplanten Zusatzparkplätze verzichtet die Stadt aus Kostengründen. Peggy Kompalla

In der Bahnhofshalle herrscht das übliche Getümmel. Fahrgäste stehen bei den Imbissständen an, blättern durch Zeitschriften im Presseshop und lauschen besonders aufmerksam den Durchsagen. Denn aufgrund der Bauarbeiten kommt es zu Gleisänderungen. Ansonsten ist im Hauptgebäude das Baugetümmel draußen kaum zu spüren.

Pendler mit Auto haben es morgens jetzt noch etwas schwerer, einen Parkplatz am Wasserturm zu finden. Die Erweiterung der Fläche um 96 Stellplätze hat die Stadt aus Kostengründen aufgegeben. Dafür erweitern die Autofahrer einfach selbst die Anzahl, indem sie sich in nicht markierte Flächen stellen. Dadurch wird die Durchfahrt auf dem Parkplatz allerdings ziemlich eng. Ganz anders sieht es im Norden aus. Auf dem Parkplatz am Spreewaldtunnel sind noch viele Flächen offen.

Pendler mit Bus und Bahn werden durch Schilder von Cottbusverkehr zu den Ersatzhaltestellen geleitet. Eine große Tafel an der Straßenbahnhaltestelle Vetschauer Straße gibt einen guten Überblick.

Pendler mit Rad kämpfen um jede Möglichkeit, ihr Gefährt sicher anzuschließen. Besonders chaotisch bleibt die Situation am Spreewaldtunnel. Dort ersetzen die Zäune die fehlenden Ständer. Die überdachten Ständer auf dem Bahnhofsvorplatz werden kommenden Montag weggenommen. Dafür gibt es an der Vetschauer Straße drei neue Ständer. Die sind bislang noch eingezäunt. Der Platz wird noch hergerichtet.

Die Taxen stehen jetzt am Wasserturm. Am Bahnhofsausgang weisen Schilder zwar in die richtige Richtung, sie können allerdings schnell übersehen werden. Das beklagt Taxifahrer Holger Vogel: "Wir sind ganz schön weit ab vom Schuss und die Leute finden uns schlecht." Zudem ärgern ihn und seine Kollegen die viel zu kleinen Mülleimer. Die quellen schon über. "Wir haben schon zusätzliche Mülltüten hingestellt, aber selbst die reichen nicht." Thomas Boide ergänzt: "Nachts sind die Laternen hier nicht an." Richtig gefährlich sei aber, dass die Taxen in der Parkplatz-Ausfahrt stehen. Die Gasse ist ziemlich schmal. "Das ist eine gefährliche Sache", klagt der Taxifahrer. "Ich kann die Fahrgäste nicht ohne Weiteres aussteigen lassen."

Kurzbesucher: Wer nur kurz jemanden vom Bahnhof abholen oder Brötchen kaufen will, braucht gute Augen, um die Kurzzeitparkplätze zu finden. Die befinden sich am Wasserturm parallel zu den Taxiständen. Das Parkschild für eine Stunde ist der Hinweis. Allerdings sind es deutlich weniger als bislang gewohnt.

Fußgänger auf den Bahnsteigen werden durch Zäune und Schilder gut an den Baustellen vorbeimanövriert und die richtige Richtung gewiesen. Vorsicht ist trotzdem nötig, es kann schon mal ein Bagger den Weg kreuzen.