ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:25 Uhr

Bäume – mit neuen Augen gesehen

Fotograf Bernd Voigt und Maler Thomas Fritsche haben Bäume ins Szene gesetzt. Foto: amh
Fotograf Bernd Voigt und Maler Thomas Fritsche haben Bäume ins Szene gesetzt. Foto: amh FOTO: amh
Cottbus. Bedrohlich ragt der Gigant empor. Je höher seine scharfen Kanten in den Himmel reichen, desto dunkler färbt sich dieser über ihm. amh

Die Stümpfe der abgebrochenen Äste seitlich des Stamms wirken verstümmelt - die “alte Florentine„ ist tot. Die mehrere Hundert Jahre alte Eiche bei Straupitz ist einer der zahlreichen Lausitzer Bäume, die der Fotograf Bernd Voigt mit einer speziellen Infrarottechnik in Szene gesetzt hat. Gestern Abend eröffnete die Ausstellung “infraROT, ultraVIOLETT„ im Pressehaus. Bernd Voigt und Thomas Fritsche zeigen Fotografie und Malerei. “Es geht nur um die Bäume„, erklärt der Cottbuser Voigt seinen Teil der Ausstellung.

Die Fotos zeigen den Baum im Kampf um das Überleben. “Meist verliert er ihn„, so Voigt. Im auffälligen Gegensatz zu den in schwarz-weiß Tönen gehaltenen Fotografien stehen die Arbeiten des Pennsdorfer Malers Thomas Fritsche. Während Voigt Infrarotlicht abbildet, benutzt Fritsche ultraviolettes Licht. Durch eine von ihm extra hergestellte Schwarzlicht-Farbe ändern sich die Bilder je nach Wechsel der Lichtverhältnisse. Die größte Wirkung entfalten sie im Dunkeln. Der Maler stellt auf den Werken Landschaften aus der Lausitz in diffusem Licht dar. “Ich freue mich, dass die Natur sich mit unheimlicher Energie alles vom Tagebau zurück holt„, sagt Fritsche. Einige Fotografien von Voigt hingegen sind mit Trauerflor gekennzeichnet. Die abgebildeten Bäume mussten dem Tagebau weichen, es gibt sie nicht mehr. Von Klinge über Lakoma bis nach Bautzen zog Voigt mit seiner Kamera. Das sichtbare Licht schaltete er mit einem Infrarotfilter aus, so dass die Fotografien mit einer Einstrahlung von über 700 Nanometern entstanden - für das menschliche Auge nicht wahrnehmbare Lichtverhältnisse. Fritsche hingegen arbeitet mit ultraviolettem Licht unter 380 Nanometern. Die Künstler wollen mit diesen Techniken erreichen, dass die Menschen “mit anderen Blicken an die Landschaft heran gehen„, so Fotograf Voigt.

Während auf seinen Werken dokumentiert wird, wie die Natur teilweise verschwindet, zeigen Fritsches Arbeiten, wie sie sich ihr Reich zurückholt. Lichtblicke kann man aber auch auf einigen Fotos entdecken: Am Fuß der großen alten Florentine steht zum Beispiel “Florentinchen„, eine junge Eiche. Ihr Blätterkleid leuchtet fast feenhaft weiß im Sonnenlicht. Menschen haben ihrem dünnen Stamm mit Gittern Schutz geboten. amh

Öffnungszeiten der Ausstellung im Pressehaus: Montags bis freitags 9 bis 18 Uhr