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Azurblauer Schlusspunkt im herbstgrauen Cottbus

Theatertreff mit Hans Petith (l.), Bettina Jantzen (2.v.r.), Lu Schulz und Moderatorin Gabi Grube.
Theatertreff mit Hans Petith (l.), Bettina Jantzen (2.v.r.), Lu Schulz und Moderatorin Gabi Grube. FOTO: Elsner
Cottbus. Thema war die jüngste Inszenierung der Schauspielsparte – dafür ging es beim Theatertreff des Vereins der Freunde und Förderer des Staatstheaters am Montagabend in der Kammerbühne ungewöhnlich musikalisch zu. Erst gaben Schauspielkapellmeister Hans Petith und Saxofonist Lu Schulz ein kleines Konzert, dann formierte sich das Publikum zum Chor. Ulrike Elsner

Noch steht das Trio, das sich Moderatorin Gabi Grube aufs Podium geholt hat, unter dem Eindruck der erfolgreichen Premiere des neuen Schauspielliederabends "Glauben Lieben Hoffen": Schauspieldramaturgin Bettina Jantzen, Schauspielkapellmeister Hans Petith und Musiker Lu Schulz gewähren Einblicke in ihre Arbeit.

Was macht eigentlich eine Dramaturgin? Mit dieser Frage an Bettina Jantzen eröffnet Gabi Grube die Fragestunde. Die Geschäftsführerin des Stadtmarketing- und Tourismusverbandes hat die Vertretung von Kathrin Krautheim übernommen, die gerade ihre Flitterwochen mit Ehemann Antonio in Italien verbringt.

Ihre Arbeit beginne mit der Spielplankonzeption, erläutert Bettina Jantzen, die vor 21 Jahren als Gastdramaturgin mit "Der Geizige" am Staatstheater ihren Einstand gab. Dann bearbeitet sie die Texte - Ziel ist ein überzeugender Abend mit zugespitzten Konflikten -, schreibt Texte für die Programmhefte und moderiert den Theaterbrunch im Kunstmuseum.

Hin und wieder ist Saxofonist Lu Schulz im Staatstheater zu erleben, manchmal auch auf der Bühne, so wie unlängst in der Sommertheater-Inszenierung "Die Hochzeit des Figaro". Dort sorgt der Musiker gemeinsam mit seinem Kollegen Jörg Kandl für ironisch angehauchte, leicht verjazzte Mozartklänge. Und das im Brautkleid. Viel lieber hätte er den Bräutigam gespielt, gesteht Schulz, aber Kandl sei eben die kompaktere Erscheinung.

Schauspielkapellmeister Hans Petith erinnert sich gern an die erste Zusammenarbeit mit Lu Schulz. Das sei in "Wo die Sterne leuchten" gewesen. Beide hätten sich die musikalischen Bälle nur so zugeworfen. Eine schöne Erfahrung, für den gebürtigen Mannheimer, der das Ensemble und diverse Kapellen seit dem Jahr 2003 mit sicherer Hand durch viele Liederprogramme und Schauspielinszenierungen geführt hat, selbst komponiert und hin und wieder auch auf der Bühne agiert.

Hans Petith erweist sich nicht nur als amüsanter Erzähler und virtuoser Musiker im Duett mit Lu Schulz, sondern auch als engagierter Chorleiter. Wie sonst wäre es ihm gelungen, aus dem Publikum des Abends spontan einen Chor zu bilden, der eine überzeugende Interpretation von Adriano Celentanos Welthit "Azzurro" hinbekommt. Per Smartphone wird die Aufnahme als Glückwunsch der Cottbuser Theaterfreunde auf den Weg zu Kathrin Krautheim und ihrem Antonio nach Italien gebracht.

Am 28. November wird die Stammmoderatorin der Reihe den nächsten Theatertreff dann wieder selbst moderieren.