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Azubis begeistern in Cottbus Altersgefährten

Großer Andrang herrschte am Samstag bei der interaktiven Berufsorientierungs-und Ausbildungsbörse in der Cottbuser Stadthalle. Richtig praktisch wurde es bei den Dachdeckern.
Großer Andrang herrschte am Samstag bei der interaktiven Berufsorientierungs-und Ausbildungsbörse in der Cottbuser Stadthalle. Richtig praktisch wurde es bei den Dachdeckern. FOTO: Hirche/jul1
Cottbus. Im Foyer der Cottbuser Stadthalle haben am Samstag zur interaktiven Berufsorientierungs- und Ausbildungsbörse (iBOB) 65 Aussteller kreativ um junge Bewerber geworben. Zur Eröffnung begrüßte Heinz-Wilhelm Müller, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Cottbus, Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger und den Cottbuser Beigeordneten Markus Niggemann. Marion Hirche / jul1

Mit einer frohen Botschaft hat Heinz-Wilhelm Müller die iBOB eröffnet: "Unser Angebot an Lehrstellen ist so groß wie noch nie. Jeder der es will, findet etwas. Das kann ich garantieren."

Schon kurz nach dem Öffnen der Türen waren die Räume vorm großen Saal proppenvoll. Alle Aussteller hatten sich bestens vorbereitet. Für die Dachdecker innung zeigten die zwei Lehrlinge: Jannis Greiner und Joshua Peschick die Schieferbearbeitung und machten fragenden Alterskameraden Mut: "Dachdecker ist wirklich ein toller Beruf", sagte Jannis Greiner. "Die Arbeit macht Spaß und die Theorie ist auch machbar", so Joshua Peschick. An fast allen Ständen übernahmen die derzeitigen Azubis die Werbung für ihr Unternehmen, so auch Anne Fröhlich. Sie hat gerade eine Ausbildung zur Kauffrau beim Spremberger Unternehmen Terpe Bau GmbH begonnen und ist total zufrieden mit den ersten Wochen. Auch Werksstudent Jakob Handrick von der Hamburger Rieger GmbH Papierfabrik Spremberg lobte: "Wir haben die beste Ausbildung der Welt. Wir sind ein tolles Team, jeder fühlt sich bei uns wohl. Ich studiere mit Unterstützung des Unternehmens Betriebswirtschaft in Cottbus und arbeite zudem in der Papierfabrik." Bei der Bäckerei Merschank lernt Jasmin Höppner aus Forst seit September. Sie wird Konditorin: "Ich bin kreativ und ich esse gern, da lag der Beruf nahe. Bis jetzt gefällt es mir sehr."

Solche überzeugenden Aussagen waren wichtig, denn viele Schüler besuchten mit noch unklaren Vorstellungen von ihrer beruflichen Zukunft die Berufsorientierungsbörse. Der Elftklässler Florian Walter aus Lübben kam mit seinen Eltern Gabriele und Jörn Walter in die Stadthalle. Sie machten Halt beim Finanzamt. Amtsleiterin Christiane Wrede erklärte der Familie, dass es unterschiedliche Ausbildungsstandorte gibt: So ist neben Cottbus auch Potsdam denkbar. "Wir wollen uns informieren, was es so alles gibt. Dafür ist das Angebot hier wirklich groß", so die Walters optimistisch.

Elisa Weichert aus Turnow geht 2017 in die Abiturprüfungen und erkundigte sich am Stand der Kreisverwaltung Spree-Neiße nach einem Praktikum. Ausbilderin Romy Ruff riet ihr, vorher nachzufragen und zu erklären, welches Amt sie b esonders interessiert. Mit klaren Vorstellungen kam Barbara Staveli an den BASF-Stand: "Ich bin gut in Chemie und will unbedingt was mit Chemie machen. Frank Porthun erklärte der Zehntklässlerin, dass bei der Chemiekantenausbildung viel Mathematik nötig ist und dass dieser Beruf nicht der im weißen Kittel im Labor sei. "Man muss hier auch mal richtig anpacken", sagt Frank Porthun. Für alle Unentschlossenen biete die BASF Schwarzheide ein Jahr "Start in den Beruf" an. "Das ist ein Service für die Region. Hier können sich die Jugendlichen orientieren und sich danach entscheiden, ob sie eine Lehre bei uns oder in einem anderen Unternehmen beginnen wollen", so Porthun. Der 15-jährige Niels Abendrot aus Forst weiß schon, dass er Erzieher werden möchte. Er kam mit seiner Bewerbungsmappe zur Messe. Rainer Storbeck von der Agentur für Arbeit gab ihm Tipps, was er noch verbessern kann.

Unter den Interessierten waren zahlreiche Flüchtlinge. So erkundigte sich Junis Bishara Hamid aus dem Tschad nach einer Maurerlehre. Eine Stelle für diesen Beruf war eine der fast 600 Angebote, die man am Samstag festzurren konnte. Allerdings fehlen dem jungen Mann aus Afrika noch die nötigen Deutschkenntnisse. Deshalb schlug ihm Anja Kerschek von der Agentur für Arbeit vor, zunächst ein Praktikum zu absolvieren.

Die gut organisierte Veranstaltung ist an ihre Grenzen gestoßen: Der Raum wurde phasenweise zu klein für so viele gute Angebote.