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Awo-Kindergärtner kämpfen für höhere Löhne

Die Mitarbeiter der Schmellwitzer Awo-Kita zeigten gestern vor der Cottbuser Verdi-Geschäftsstelle Flagge.
Die Mitarbeiter der Schmellwitzer Awo-Kita zeigten gestern vor der Cottbuser Verdi-Geschäftsstelle Flagge. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. (jag/dst) Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Mit dieser Forderung sind gestern die Mitarbeiter der Schmellwitzer Kindertagesstätte "Sonnenblume" in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in den Warnstreik getreten. Die Erzieher fordern einen Lohn, der sich an den Tarifen der Kollegen in kommunalen Einrichtungen orientiert.

Zum Streik aufgerufen hat die Gewerkschaft Verdi.

Nach fünf Verhandlungsrunden mit dem Arbeitgeber sei man noch zu keinem Ergebnis gekommen, sagt Verdi-Gewerkschaftssekretär Ralf Franke. Er verlangt für alle etwa 1300 Beschäftigten der Arbeiterwohlfahrt Südbrandenburg ein Entgeltniveau von 91 Prozent des jetzt aktuellen Tarifes im öffentlichen Dienst. Momentan verdiene eine Awo-Mitarbeiterin, die seit 17 Jahren im Unternehmen angestellt ist, nur 71 Prozent dessen, was eine vergleichbare Erzieherin in einer städtischen Kita bekomme. Das führe zu einem Gehaltsunterschied von rund 1000 Euro, so Franke. Dabei sei eine Lohnerhöhung seitens des Arbeitgebers "überhaupt kein Problem", da er die Personalkosten laut Kitagesetz von Land und Kommune zu 100 Prozent refinanziert bekomme, sagte Franke. Dies bestätigte auch der Cottbuser Stadtsprecher Jan Gloßmann: "Es liegt in der Entscheidung der Kita-Träger, was sie ihren Mitarbeitern zahlen." Alles, was über den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TvÖD) hinausgehen würde, müssten die Träger allerdings selbst tragen.

Nach Angaben der Arbeiterwohlfahrt hat der Verband in den Tarifgesprächen ein Angebot vorgelegt, dass "wirtschaftlich an den Rand des Vertretbaren" geht. Demnach sollen die Gehälter in den Kitas in mehreren Schritten, beginnend mit dem 1. Januar 2017, auf ein TvÖD-Niveau zwischen 87 und 100 Prozent gesteigert werden (im Durchschnitt etwa 93 Prozent).

Die Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft Verdi und der Arbeiterwohlfahrt sollen am Freitag, 3. März, fortgesetzt werden.