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Autoschieber nach gefährlichem Angriff auf Polizeiauto vor Gericht

Ergebnis einer Verfolgungsjagd an der A 15 im Juli 2014. Autoschieber rammen die Polizei brutal von der Straße.
Ergebnis einer Verfolgungsjagd an der A 15 im Juli 2014. Autoschieber rammen die Polizei brutal von der Straße. FOTO: Anja Lehmann (LR-COS-REM-105)
Cottbus. Eine Kontrolle mutmaßlicher Autoschieber im Juli 2014 auf der Autobahn A 15 in der Nähe von Forst endete für mehrere Polizisten mit einem schweren Unfall und Verletzungen. Ein 25-Jähriger, der mit einem gestohlenen Audi die Kontrollstelle durchbrochen und den Streifenwagen von der Straße gedrängt haben soll steht deshalb ab dem Donnerstag vor Gericht. sim (mit dpa)

Ihm werden gefährliche Körperverletzung, gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und Hehlerei vorgeworfen. Am Landgericht Cottbus muss er sich zusammen mit einem 24-Jährigen verantworten, dem nur Hehlerei zur Last gelegt wird. Deshalb blieb er im Gegensatz zu dem 25-Jährigen, dessen Auto laut Anklage das Polizeifahrzeug rammte, nach der Tat auf freiem Fuß. Diese Entscheidung des Amtsgerichtes Cottbus hatte im vorigen Sommer heftige Kritik ausgelöst.

Unter anderen hatte Brandenburgs damaliger Polizeipräsident Arne Feuring - inzwischen Staatssekretär im Innenministerium - das Amtsgericht für das Vorgehen kritisiert. Die Verdächtigen hätten bewusst das Leben der Beamten aufs Spiel gesetzt, hatte er damals gesagt. Der frühere Innenminister Ralf Holzschuher (SPD) hatte betont, es sei das falsche Signal an Autodiebe, wenn sie wieder auf freien Fuß kommen, nachdem sie derart brutal vorgegangen seien. Auch eine Beschwerde der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) gegen die Versagung eines Haftbefehls für den jüngeren der beiden damals festgenommenen Männer blieb ohne Erfolg.

Das Amtsgericht Cottbus hatte seine Entscheidung damit begründet, dass der Mann nicht vorbestraft und nicht an dem Unfall mit dem Polizeiauto beteiligt war. Deshalb biete die für ihn zu erwartende Strafe wegen Hehlerei keinen Fluchtanreiz.

Ob diese Einschätzung sich bewahrheitet, wird sich heute darin zeigen, ob der Mann aus seinem Heimatort in Polen zum Prozess anreist oder nicht. Wenn er sich dem Verfahren entziehen würde, droht ihn bei einer erneuten Einreise nach Deutschland sofort die Festnahme.

Bislang ist für den Prozess am Landgericht nur ein Verhandlungstag geplant. Es ist also nicht auszuschließen, dass noch am selben Tag ein Urteil gesprochen werden könnte. Zumindest für den Angeklagten, der in Untersuchungshaft sitzt.