| 15:31 Uhr

Auto-Attacke in Cottbus
Verdächtiger Jeep-Fahrer meldet sich bei Polizei

Cottbus. Ein 25-Jähriger ist laut Polizei mit seinem Geländewagen in Cottbus in eine Personengruppe gefahren und hat zwei Männer verletzt. Später marschiert der Verdächtige zur Polizei, wird vernommen – und kann wieder gehen.

Der Geländewagen-Fahrer, der am Freitagabend in Cottbus in eine Menschengruppe gefahren ist und mit seinem Jeep Cherokee zwei Männer verletzt hat, befindet sich nach Angaben der Polizei auf freiem Fuß. Der 25-Jährige habe sich am Samstagnachmittag bei der Polizei gemeldet, sagte Polizeisprecher Ralph Meier zu LR-Online. Gegen 21 Uhr am Samstag habe er die Polizeidirektion in Cottbus wieder verlassen.

Gegen den 25-jährigen Autofahrer ermittelt die Kriminalpolizei wegen gefährlicher Körperverletzung. Mit seinem eigenen Geländewagen war er Freitagabend in eine Gruppe von rund zehn Personen gefahren. Ein 31-jähriger Mann wurde nach LR-Informationen schwer verletzt ins Carl-Thiem-Klinikum gebracht. Ein 21-Jähriger Mann verweigerte laut Polizei die Behandlung durch einen Arzt wegen einer Beinverletzung. Beide Opfer stammen demnach aus Cottbus.

Tatverdächtiger Autofahrer rief vorher rechte Parolen

Der 25-jährige Tatverdächtige ist laut den Ermittlern polizeibekannt – wegen Diebstahls und Drogen. Außerdem fiel der Mann bereits durch rechtsextreme Äußerungen auf. Zuletzt am vergangenen Freitagnachmittag, wenige Stunden vor der Auto-Attacke: Da riefen Zeugen die Polizei in den Puschkinpark in Cottbus. Der 25-Jährige habe dort rechtsgerichtete Parolen skandiert, sagte der Polizeisprecher. Beamten hätten bei einem Atemalkoholtest knapp 1,2 Promille festgestellt. Der 25-Jährige habe einen Platzverweis erhalten, diesen befolgt und durfte daher weiterziehen.

Demnach war der verdächtige Autofahrer gegen 22 Uhr vermutlich noch alkoholisiert, als er mit dem Jeep am Rand eines Supermarkt-Parkplatzes in Cottbus-Sandow die beiden Männer mit seinem Geländewagen verletzte. Laut Polizei befuhr der Verdächtige mit seinem Jeep die Rampe zum Fuß- und Radweg parallel zur Sanzebergstraße.

FOTO: Elisabeth Wrobel / LR

Polizei berichtet von Auseinandersetzung vor Auto-Attacke

Das Auto ist vermutlich nicht mit hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen. Wie genau sich die Tat abspielte, versucht die Kripo zu rekonstruieren. „Wir haben zahlreiche Zeugen befragt“, sagte der Polizeisprecher am Sonntagnachmittag zu LR-Online. Darunter seien die beiden Verletzten gewesen.

In welchem Verhältnis die Opfer zum mutmaßlichen Täter stehen, teilte die Polizei zunächst nicht mit. Vor der Attacke mit dem Fahrzeug solle es eine körperliche Auseinandersetzung gegeben haben. Der Jeep-Fahrer war nach der Tat zunächst mit seinem Fahrzeug vom Tatort geflüchtet. Zeugen hätten vergeblich versucht, den Fahrer festzuhalten, erläuterte der Polizeisprecher.

(oht)
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