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| 18:18 Uhr

Neue Ausstellung
Protestzug mit mehr als 1000 Beteiligten

Am Vortag des 17. Juni 1953 hat es bereits in vielen Regionen der DDR gebrodelt. Nur wenige Bilder dokumentieren jene Zeit. Die RUNDSCHAU hat in ihren Archiven ein Foto vom Cottbuser Altmarkt aus den Tagen vor dem Volksaufstand wiederentdeckt.
Am Vortag des 17. Juni 1953 hat es bereits in vielen Regionen der DDR gebrodelt. Nur wenige Bilder dokumentieren jene Zeit. Die RUNDSCHAU hat in ihren Archiven ein Foto vom Cottbuser Altmarkt aus den Tagen vor dem Volksaufstand wiederentdeckt. FOTO: Erich Schutt
Cottbus. Stadtmuseum Cottbus eröffnet am 24. Mai Sonderausstellung zum Volksaufstand am 17. Juni 1953.

Volksaufstand am 17. Juni 1953 in der DDR steht im Mittelpunkt der nächsten Sonderausstellung im Cottbuser Stadtmuseum. Anlass ist der 65. Jahrestag dieses historischen Datum. Das Haus in der Bahnhofstraße zeigt in Kooperation mit der Initiative Aufarbeitung Cottbus eine um Cottbuser Zeitzeugenberichte erweiterte Sonderausstellung der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur. Eröffnet wird die Ausstellung am Donnerstag, 24. Mai, 19 Uhr.

Neben Ost-Berlin und einigen Industriezentren wie Bitterfeld, Halle oder Magdeburg kam es auch in mehr als 700 Städten und Dörfern zu Streiks, Demonstrationen oder Kundgebungen. „Auf dem Territorium des heutigen Landes Brandenburg brodelte es ebenfalls an vielen Orten“, heißt es in einer Mitteilung des Museums.

In der Wanderausstellung belegen zahlreiche Dokumente, Abbildungen und erklärende Texte die Heftigkeit und Breite der Protestbewegung unter anderem in Rathenow, Hennigsdorf und in der Niederlausitz. Daneben kommen damals am Aufstand als Beobachter oder Demonstranten Beteiligte in Videointerviews zu Wort.

Dank eines Zeitungsaufrufs der Initiative Aufarbeitung Cottbus sowie  Recherchen im Stadtarchiv und im Stadtmuseum konnten die Angaben zur Niederlausitz um weitere Bezüge zu Cottbus ergänzt werden.

Neben Zeitzeugenberichten sind auch einige Objekte aus dieser Zeit im Museum eingegangen. Ein besonders wertvolles Objekt ist nach den Worten von Steffen Krestin der Haftbeutel eines Inhaftierten, den dessen Familie aufbewahrt und dem Museum leihweise zur Verfügung gestellt hat. Zwei Ausstellungstafeln dokumentieren den 17. Juni in Cottbus. Über den historischen Tag sei überliefert, so Krestin, dass es in Cottbus einen Demonstrationszug mit mehr als 1000 Beteiligten sowie mehrere Verhaftungen gab.

Zur Ausstellung habe Museumsmitarbeiter Robert Büschel gemeinsam mit Lehrern ein museumspädagogisches Begleitprogramm erarbeitet. Dessen Ziel ist es, die Ereignisse in Cottbus gemeinsam mit Schülern zu untersuchen und die Zeitzeugenberichte auszuwerten. Außerdem geht es um die Frage,  welche Bedeutung diese Ereignisse für uns heute haben und wie sich junge Leute in der Gegenwart engagieren können. Dabei werden unterschiedliche Methoden genutzt. Neben Zeitzeugeninterviews gibt es einen Comic oder die Möglichkeit, Kopien aus Aktenbeständen zu lesen.

Wie Christoph Polster, Vorstandsmitglied der Initiative Aufarbeitung Cottbus, berichtet, haben unter anderem Schüler der Oberschule Peitz gemeinsam mit einer Zeitzeugin ein Video erarbeitet, das einen authentischen Blick auf das historische Ereignis gewährt. In der Ausstellung, so  der Bürgerrechtler und ehemalige Pfarrer weiter, ergänzten sich Stadtgeschichte und Aufarbeitungsgeschichte in besonderer Weise.

Die Ausstellung läuft bis Anfang Juli.

(ue)