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Außergewöhnliche Fotos im alten Gemäuer

Lausitzer Steampunker: In Szene gesetzt vom Cottbuser Jörg Friebe
Lausitzer Steampunker: In Szene gesetzt vom Cottbuser Jörg Friebe FOTO: ski
Cottbus. Es konnte wohl kaum eine bessere Serie von außergewöhnlichen Arbeiten für die 10. Fotoausstellung im ehrwürdigen Gemäuer des Spremberger Turms gefunden werden, als die Präsentation jener 23 Motive, die der Cottbuser Jörg Friebe erarbeitet hat. Georg Zielonkowski / ski1

Tatsächlich sind diese Bilder ‚Werke', nicht nur Fotografien. Stellt doch dieser besondere Vertreter seiner Gilde Fotos aus, die sehr wohl Menschen zeigen. Doch sind diese nur ein Teil seiner ausschließlich sehr unterhaltsamen Bilder, die zunächst überraschend, zugleich auch ein wenig sonderbar daherkommen.

Zur von ihm bevorzugten Aufnahmetechnik gibt der Künstler zu Protokoll, dass die Fotografien der betreffenden Personen ausschließlich in deren Umfeld, also niemals im Studio gemacht werden: "Ganz einfach schon deshalb, weil wohl jeder Mensch in der ungewohnten Umgebung mit den vielen Scheinwerfern und Reflektoren ein Stück weit anders, eben gehemmt ist. Deshalb mache ich die Bilder generell vor Ort und wegen des dann wärmeren Lichts immer an bewölkten oder gar trüben Tagen." Die eigentliche und weit aufwändigere Arbeit des Zusammenfügens der begleitenden Einzelheiten und der zuvor fotografierten Menschen geschieht dann am heimischen Computer.

"Ich treffe immer wieder Menschen, die mit ihrer Lebensart und ihrer Kleidung völlig aus dem Rahmen fallen. Wie eben die Gruppe ‚Steampunk' aus Kathlow, die mit ihrer außergewöhnlichen Feuershow "Ravenchild" in historischer Bekleidung auftritt. Ich kenne deren Chef Dirk Ruhbach aus unserer gemeinsamen Zeit im Indianerverein. Somit hatte ich auch einen recht leichten Zugang zu dieser Szene", erzählt Jörg Friebe am Tag der Ausstellungseröffnung.

An dem nicht nur Mitglieder der erwähnten Gruppe zum Spremberger Turm kamen, um sich jene Werke besonders intensiv anzuschauen, auf denen sie selbst eine "Rolle" spielen. Auch vier Mitglieder der Straupitzer "Oldstyle-Company" waren angereist, um in ihrer historischen Bekleidung Stufe um Stufe nach oben zu steigen. Um immer wieder begeistert anzuhalten, um teils in sogar ein wenig versteckter Position sich selbst wiederzufinden.

Die besondere Art der Fotografie überrascht durch ungewöhnliche, zumeist auch witzige Kombinationen von Menschen in unterschiedlichstem Outfit und beispielsweise heute ungewöhnlicher Verkehrsmittel und Bauwerken. So hat Jörg Friebe Fotomontagen geschaffen, die recht deutlich mit den allseits bekannten Vorurteilen zu den hiesigen Menschen und deren Lebensart brechen. Wer da meint, dass der Osten grau und fade ist, der sollte sich Friebes Fotografien anschauen, um auf diesem Weg dann festzustellen, dass es selbst in unserer Gegend eine Reihe von Menschen gibt, die durch ihre Lebensart durchaus in der Lage sind, den Alltag anderer Leute anzureichern.

"Gerade die so herrlich verkleideten Menschen in der Kombination mit den Dingen, die den Rahmen bilden, begeistert mich als Betrachter. Und es hat wohl keinen besseren Ort der Präsentation geben können als unseren ‚Dicken' hier am Ende der Spremberger Straße. Dem Jörg Friebe, der in meiner Nachbarschaft wohnt und ich ihn daher auch kenne, wünsche ich an dieser Stelle für die kommenden Ausstellungswochen ein ebenso begeistertes Publikum, wie ich es hier und heute schon erleben konnte. Eine Empfehlung ist diese Ausstellung allemal", so Joachim Haberland nach dem Abstieg aus dem historischen Turmgemäuer.

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