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"Außen hui, innen . . ."

Als Pfarrer der Lutherkirche freue ich mich jedes Mal, wenn ich Lob über unser Gotteshaus höre. War es doch eine große Teamleistung aller Beteiligten bis hin zu über 80 000 Euro Eigenleistung der Kirchengemeinde, die zum sehenswerten Ergebnis führte.

Außen hui - und was nun? Innen soll ab 2016 renoviert und saniert werden. Darüber muss geredet und auch gestritten werden. Was heißt "konservativ" im Sinne der Konserve (Langzeitbewahrung), und was heißt Veränderung für Neues? "Innen pfui. . ." - das war die Lutherkirche nie. Aber sie ist in die Jahre gekommen. Nachdenklich machen mich dabei interessanterweise die Ostererzählungen in den vier Evangelien. Da können die Freunde Jesu nicht recht umschalten - von den Schrecken des Karfreitags hin zum neuen Aufbruch mit dem auferstandenen Jesus. Da ist der Blick gefangen in der Vergangenheit. Das Alte hat sich konserviert. Und es ist Jesus selbst, der Mut macht zu Aufbrüchen, zum Neuanfang. Erst zögernd erhebt sich ein kleines Osterlächeln, ein erstes Halleluja. Sehr menschlich und auch verständlich. Aber die Kirche ist auch 2000 Jahre gewachsen durch aufrechten, glaubenden, vertrauenden, wagemutigen Blick nach vorn. Ich hätte gern eine innen so österlich frohe Kirche wie sie jetzt außen geworden ist - sodass Christen wie Nichtchristen sofort angesteckt sind, die ein lebensbejahendes Lächeln auf jedes Gesicht zaubert, wo alle eingeladen sind, über sich und die Zukunft nachzudenken. "Außen hui, innen hui" - so wie wir es für uns selbst ja auch wünschen.

Stefan Aegerter ist Pfarrer der

Ev. Lutherkirchengemeinde Cottbus