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Aus Rettungsassistenten werden in Cottbus Notfallsanitäter

Die beiden Rettungsassistenten Marco Selling (li.) und Marcus Krüger überprüfen die Ausrüstung auf dem Rettungswagen. Sie sind für die Ausbildung zum Notfallsanitäter vorgesehen.
Die beiden Rettungsassistenten Marco Selling (li.) und Marcus Krüger überprüfen die Ausrüstung auf dem Rettungswagen. Sie sind für die Ausbildung zum Notfallsanitäter vorgesehen. FOTO: Michael Helbig/mih
Cottbus. Sie sind besser qualifiziert und deshalb auch mit mehr Kompetenzen ausgestattet: Ab Herbst sollen in Cottbus junge Menschen zum Notfallsanitäter ausgebildet werden. Der neue Ausbildungsberuf Notfallsanitäter löst den Rettungsassistenten ab. Sven Hering

Doch wann die Ausbildung in Brandenburg startet, ist gegenwärtig noch nicht bekannt. "Derzeit läuft der Abstimmungsprozess mit allen Beteiligten im Land, sodass ein konkreter Zeitpunkt noch nicht benannt werden kann", antwortete Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) erst vor wenigen Tagen auf eine parlamentarische Anfrage.

Die Cottbuser Feuerwehr plant, drei junge Leute ab Herbst 2014 in einer staatlich zugelassenen Rettungsdienstschule zum Notfallsanitäter auszubilden. Dazu müssten Verträge zwischen der Stadt, den Krankenhäusern sowie den Rettungsdienstschulen abgeschlossen werden, sagt Leitstellen-Chef Ingolf Zellmann. Die Ausbildung sei an andere Gesundheitsberufe angelehnt. Sie erstreckt sich über einen Zeitraum von drei Jahren. Bisher waren es zwei Jahre.

Parallel dazu werden auch die Rettungsassistenten die Möglichkeit erhalten, sich zum Notfallsanitäter zu qualifizieren. Retter, die bereits länger als fünf Jahre im Job sind, haben es dabei am einfachsten. Sie können sofort eine Prüfung zum Notfallsanitäter ablegen. Weil die Prüfung anspruchsvoll ist, wird eine zweiwöchige Vorbereitung in einem speziellen Kurs empfohlen.

Wer zwischen drei und fünf Jahren als Sanitäter dabei ist, der muss eine dreimonatige Zusatzausbildung absolvieren. Nach 480 Stunden Fortbildung wartet dann die Prüfung. Für Rettungsassistenten mit weniger als drei Jahren Berufserfahrung ist eine sechsmonatige Schulung (960 Stunden) mit anschließender Prüfung vorgesehen. "Für uns in der Leitstelle bedeutet das eine Menge an organisatorischer Arbeit", sagt Ingolf Zellmann. Schließlich stehen die Mitarbeiter, die eine Fortbildung absolvieren, für den Dienst nicht zur Verfügung.

Der Gesetzgeber hat eine Übergangsfrist bis zum Jahr 2020 für die Nachqualifizierungen für Rettungsassistenten vorgeben. "Wir wollen bis zum Ende dieser Frist einen Personalpool von Notfallsanitätern aufbauen", so Ingolf Zellmann.

In Zukunft sollen nur noch komplexe lebensbedrohliche Erkrankungen sowie Intensivverlegungen zwingend einen Notarzt erfordern. "Der Notfallsanitäter bekommt daher einen wesentlich höheren Stellenwert als bisher der Rettungsassistent", erklärt der Chef der Cottbuser Leitstelle. Der Notfallsanitäter kümmert sich um die medizinische Erstversorgung und entscheidet, ob noch ein Notarzt angefordert und wohin der Patient transportiert wird. Die Rettungstransportwagen (RTW) sollen dann mindestens mit einem Notfallsanitäter besetzt sein. Lediglich in der Übergangszeit reicht auch ein Rettungsassistent aus.

Die Cottbuser Feuerwehr wird sich ebenfalls auf neue Strukturen einstellen müssen. So wird es künftig Feuerwehrbeamte mit einer medizinischen Basisausbildung (vergleichbar mit dem bisherigen Rettungssanitäter) und dem Schwerpunkt in technischer Rettung geben. Außerdem arbeiten dort dann Beamte mit einer feuerwehrtechnischen Grundausbildung und einer Spezialisierung in der Notfallrettung als Notfallsanitäter. Beide können in der Brandbekämpfung und technischen Hilfeleistung sowie in der Notfallrettung eingesetzt werden.