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| 18:45 Uhr

RUNDSCHAU-Serie „Cottbus International“
Aus Georgien ans Thiem-Klinikum

 Neu Nino Chigladze (l.) und Teona Shalamberidze aus Georgien sind glücklich über ihre Arbeit am Carl-Thiem-Klinikum.  Foto: Nino Chigladze
Neu Nino Chigladze (l.) und Teona Shalamberidze aus Georgien sind glücklich über ihre Arbeit am Carl-Thiem-Klinikum. Foto: Nino Chigladze FOTO: Nino Chigladze
In Cottbus leben und arbeiten Menschen aus rund 110 Nationen. Einige von ihnen sind schon seit Jahrzehnten in der Stadt ansässig, andere beginnen gerade erst damit, in der Region heimisch zu werden. Wie diese Menschen sich in Cottbus zurechtfinden, was sie an ihrer neuen Heimat besonders schätzen und was ihnen vielleicht auch fehlt, darüber reden sie in unserer Serie „Cottbus international“. Heute: Nino Chigladze und Teona Shalamberidze aus Georgien. Von Andrea Hilscher

Sie sind jung, gut ausgebildet und neugierig auf das Leben: Nino Chigladze (27) und Teona Shalamberidze (32) stammen aus Georgien und arbeiten derzeit am Carl-Thiem-Klinikum. Ihr Weg in die Lausitz ist vor allem mit einem Namen verbunden: dem des Hals-Nasen-Ohren-Arztes Prof. Thomas Eichhorn.

Der inzwischen pensionierte Mediziner hat in seiner Zeit als Chefarzt viel Zeit in Georgien, Estland und Nordossetien verbracht, dort medizinische Aufbauhilfe geleistet. Immer wieder hat Eichhorn dafür gesorgt, dass Mediziner aus dem Ausland sich am CTK qualifizieren konnten.

Nino Chigladze hat den HNO-Spezialisten bei einer Informationsveranstaltung kennengelernt, so den Kontakt nach Deutschland geknüpft und 2014 einen Monat in Cottbus verbracht. Nach dem Abschluss ihres Studiums hat sie ein Integrationsprogramm für ausländische Ärzte am CTK durchlaufen, will jetzt ihre Facharztausbildung für den Bereich Hämatoonkologie durchlaufen.

Auch ihre Kollegin Teona Shalamberidze will ihren Facharzt in Cottbus machen, sie hat sich für das Gebiet der Gynäkologie entschieden. „Ich wusste schon als ganz keines Mädchen, dass ich ,Schwangeren-Ärztin’ werden wollte“, erzählt sie lächelnd. Ein Traum, von dem sie nie abgewichen ist. Auch sie hat über Thomas Eichhorn den Weg ans CTK gefunden, arbeitet derzeit als Assistenzärztin in der Frauenklinik.

Beide Frauen wissen, dass sie die nächsten Jahre in Cottbus verbringen werden, trotz des Heimwehs, das sie ab und an überfällt. „Aber die Stadt ist schön“, sagen beide. Die Ruhe gefalle ihnen, die Sauberkeit – und vor allem die Nähe zu Berlin. Immerhin hat die georgische Hauptstadt Tiflis zwei Millionen Einwohner, die beiden Ärztinnen mussten sich also erstmal an das deutlich kleinere Cottbus gewöhnen. „Aber ich mag es sehr, dass hier alles so geregelt ist“, sagt Teona Shalamberidze. „Das erleichtert das Leben in vielerlei Hinsicht.“

Das, was sie „das Leben“ nennt, findet momentan allerdings fast ausschließlich in der Klinik statt. Der Arbeitstag von jungen Ärzten ist lang, das Klima unter den Kollegen aber sei gut, sagen die Medizinerinnen. Das Ausbildungsniveau in Deutschland sei sehr hoch und daher attraktiv für Fachkräfte aus dem Ausland.

Auch im Umgang mit den Patienten haben die Frauen keine Probleme. „Sie sind sehr freundlich und sehen uns auch unsere nicht immer perfekten Deutschkenntnisse nach“, sagt Teona Shalamberidze.

Der freundliche Umgangston kann aber auch auf die große Höflichkeit der Georgierinnen zurückzuführen sein. „Bei uns ist man im Umgang sehr rücksichtsvoll, Gastfreundschaft und gutes Benehmen sind uns wichtig.“ Deshalb zucken sie auch nur ratlos mit den Schultern, als sie nach negativen Eindrücken von Cottbus oder den Menschen hier gefragt werden. „Nein, es ist alles gut so wie es ist.“

Daher können sich Nino Chigladze und Teona Shalamberidze gut vorstellen, auch nach Abschluss ihrer Facharztausbildung in der Lausitz zu bleiben. „Fünf Jahre sind eine lange Zeit. Man wird sehen, was danach kommt“, sagt Nino Chigladze.

Auch in der Heimat würde sich das Leben ständig verändern, viele frühere Freunde seien bereits ausgewandert. Und in fünf Jahren gibt es dann neue Freundschaften, ganz sicher auch hier in der Lausitz.