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Auguste Feige

Cottbus. Vor 185 Jahren, am 22. November 1824, ist in Cottbus Auguste Feige als Tochter und einziges Kind einer angesehenen Kaufmannsfamilie, die am Ostrower Platz 16 (heute Kindergarten) lebte, geboren worden. dl/hhk

Sie heiratete im Jahr 1856 den Kaufmann Friedrich Wilhelm Löber. Das Ehepaar wohnte am Marktplatz 14 (heute Altmarkt), blieb kinderlos und war sozial engagiert. Dabei kam der Kaufmann, der unter anderem Bank- und Versicherungsgeschäfte betrieb, mit dem Gesetz in Konflikt, da er sich auch mehrfach für unfreiwillig Verschuldete eingesetzt hatte. Als Verurteilter, der mehrere Jahre im Gefängnis saß, wurde er und auch seine Frau von den sich besser dünkenden Cottbusern gemieden. Laura Dierbach hat das in ihrem Buch "Was uns die Promenade erzählt" recht bewegend beschrieben. Der Kaufmann starb im Jahr 1896, seine Frau Auguste am 15. Januar 1897. Kurz vor ihrem Tode verfügte sie ihr gesamtes Vermögen testamentarisch einer Schenkung zugunsten einer Stiftung, nach der ein Haus erbaut werden sollte "für in Cottbus geborene, zur evangelischen Kirche sich haltende, unbescholtene Mädchen und Witwen besserer Stände". Das Bauwerk auf einem der zur Familie gehörenden Grundstücke wurde in der nach ihr im Jahr 1905 benannten Feigestraße am 30. Juni 1900 eingeweiht. Es diente nach 1945 als Alten- und Pflegeheim für alle Stände und beherbergte seit dem Jahr 2003 das Gesundheitszentrum RehaVita. Nach der Wende wurde die Stiftung wieder ins Leben gerufen. Jedes Jahr am 15. Januar gedenken die Mitglieder des Stiftungsrates der Stifterin Auguste Feige, verheiratete Löber, an ihrer Grabstätte auf dem Nordfriedhof. dl/hhk