Von Ingrid Hoberg

Uschi Brüning gehört zu den Sängerinnen, von denen man sich gern auch das Telefonbuch vorsingen ließe. Doch das muss ja nicht sein, sie ist gegenwärtig mit stilistisch unterschiedlichen Programmen unterwegs. Und sie wird von Musikern begleitet, die ebenfalls in den verschiedensten Genres zu Hause sind. In die Hermann-Bar ist sie nun mit Lukas Natschinski (Piano) gekommen, um das Album „Hier lebst du. Unsere liebsten Kinderlieder“  vorzustellen.

Dabei ist sie darauf nur mit einem Lied vertreten, das zu den Geschichtenliedern von Reinhard „Lacky“ Lakomy gehört. „Mir hat nicht alles gefallen, was er gemacht hat, doch die Produktionen für Kinder sind voller Kreativität“, sagt Uschi Brüning. „Als Kind hätt ich den ‚Traumzauberbaum‘ geliebt“, ist sie sich sicher und hat das Lied „Mondsilbertaufe“ (Text Monika Ehrhardt) für das Album neu interpretiert. Wie alle anderen beteiligten Künstler ist sie dabei frei in ihrer Wahl gewesen. „Ich hatte erst eine Liste, die habe ich aber schnell vergessen. Die Interpreten hatten eigene Vorstellungen, welches Lied sie singen wollten“, sagt Dirk Mahlstedt, Musikproduzent beim Argon Verlag Berlin. Anfang des Jahres habe er die Idee gehabt, zum 30. Jahrestag des Mauerfalls einen Querschnitt des DDR-Kinderliedes zu zeigen.

Dank der beteiligten Künstler von Bayon und Brüning über Karat und Keimzeit bis Angelika Mann, Frank Schöbel und Dirk Zöllner ist ein Album herausgekommen, das nicht ostdeutsche Befindlichkeit transportiert, sondern authentisch wirkt und in den Neuinterpretationen auch heute noch gehört werden kann. Das trifft auf die „Kleine weiße Friedenstaube“ zu, die Dirk Michaelis mit Kinderchor singt – auch wenn dieses Lied gefühlt 40 Jahre lang bei jeder Pionierveranstaltung gesungen wurde, wie Thomas Klatt, Moderator des Hermann-Bar-Gesprächs, feststellt. Nur für das Sandmannlied konnte sich kein Sänger begeistern. „Deshalb gibt es zum Abschluss eine Instrumentalfassung mit der STÜBAphilharmonie“, sagt Mahlstedt.

Das Cottbuser Publikum hat am Donnerstagabend Gelegenheit bekommen, den Streifzug durch die Welt der Kinderlieder des Ostens schon kennenzulernen, ehe die CD auf dem Markt ist. „Offizieller Verkaufsstart ist in der kommenden Woche am 25. Oktober“, sagt Dirk Mahlstedt.

Der Abend ist darüber hinaus Gelegenheit, Uschi Brünings Jazz-Saite klingen zu lassen und sie im Gespräch mit Thomas Klatt launig aus ihrem Leben plaudern zu hören. Sie ist nach der Veröffentlichung ihrer CD und Autobiografie „So wie ich“ auf Lesereise – begleitet von Lukas Natschinski. So wird sie am 3. November auf dem Kulturschloss Großenhain zu erleben sein, am 27. November stellt sie mit anderen Musikern ein Gospel-Programm in der Wendisch-Deutschen Doppelkirche Vetschau vor. Am 2. Dezember ist sie im Trio mit ihrem Billi-Holiday-Programm im Obenkino Cottbus und zu erleben