ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:24 Uhr

Cottbus
Aufstieg als Imagegewinn für die ganze Stadt

Ein volles Haus bescherte das Relegationsspiel des FC Energie der Freizeitoase am Cottbuser Amtsteich.
Ein volles Haus bescherte das Relegationsspiel des FC Energie der Freizeitoase am Cottbuser Amtsteich. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Der fußballerische Erfolg vereint die Cottbuser und sorgt für neues Selbstbewusstsein. Von Peggy Kompalla

Für Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) ist der FC Energie der wirkungsvollste Imageträger für Cottbus. „Wer aus dem Tal der Tränen kommt, weiß nur zu gut, dass auch künftig hohe Berge und die Mühen der Ebenen warten. Aber derjenige bringt auch den Mut und die Erfahrung mit, solche Wege zu gehen. Diesen Schwung, die Beharrlichkeit, die Konzentration auf das so große wie wichtige Ziel, die der Verein gezeigt hat, sollten wir mitnehmen in den Alltag in unserer Stadt.“

Für Stadtmarketingchefin Gabi Grube ist die positive Stimmung unbezahlbar. „Das ist einfach wichtig für das Selbstbewusstsein“, stellt sie fest. Das sei fast wichtiger als die wirtschaftlichen Effekte, die ohnehin schwer messbar seien. „Wir erleben gerade ein seltenes Phänomen: Eine Begeisterung, die alle Bevölkerungsschichten vereint.“ Das sei besonders wichtig in Zeiten, in denen von einer Spaltung der Stadt gesprochen werde. „Die Leute sind hinter der Stadt Cottbus versammelt.“

Katrin Erb schätzt das aus Wirtschaftssicht ähnlich ein. Sie ist die Leiterin für Standortpolitik bei der Industrie- und Handelskammer Cottbus. „Der Aufstieg hat vor allem einen beachtlichen Marketing-Effekt für die Stadt und die Region. Das auch unter dem Aspekt, dass die Lausitz selbst in schwierigen Situationen nicht aufgibt und sich wieder zurückarbeitet. Dieser Effekt lässt sich zwar nicht direkt in Euro und Cent beziffern, ist aber eindeutig positiv für die Wirtschaft.“ Vom Aufstieg profitieren demnach vor allem das Reisegewerbe und die Gastronomen – nicht nur unmittelbar an den Spieltagen, sondern auch insgesamt durch wachsende Besucherzahlen und einen höheren Bekanntheitsgrad der Stadt und der Region.

Hotelier und und Dehoga-Verbands-Präsident Olaf Schöpe hat alle Höhen und Tiefen des FCE miterlebt. „Ich bin seit 48 Jahren Energiefan.“ Er hat seinen Verein in der DDR-Liga und der ersten Bundesliga erlebt. „Mit jeder Liga wächst die Wertschöpfung“, bestätigt der Hotelier. Das habe die Erfahrung der vergangenen Jahre gezeigt. Aber im Moment sei etwas anderes viel wichtiger. „Es prickelt wieder. Das Selbstwertgefühl des ansonsten so bescheidenen Lausitzers steigt.“