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Eichow
Das große Aufräumen in den Wäldern

Christian Barnetz ist mit seinem Harvester nicht nur in seinem Waldabschnitt bei Eichow zugange, sondern unterstützt auch andere Waldbesitzer.
Christian Barnetz ist mit seinem Harvester nicht nur in seinem Waldabschnitt bei Eichow zugange, sondern unterstützt auch andere Waldbesitzer. FOTO: Marion Hirche
Eichow. Experten schätzen, dass die Arbeiten nach den Winterstürmen noch bis zum Sommer andauern. Von Marion Hirche

Martin Kahl ist der Burger Revierförster. Sein Arbeitstag könnte zurzeit 48 Stunden haben, denn die Stürme der letzten Monate haben sein 4600 Hektar großes Revier im Amt Burg und in der Großgemeinde Kolkwitz kräftig durcheinander gewirbelt. „Fast stündlich bekomme ich Anrufe, wo Wege versperrt sind, Bäume in Straßennähe umzukippen drohen. Mancher beschwert sich, warum wir nichts tun, aber wir  sind wirklich intensiv im Einsatz, mehr geht nicht“, betont der  Landesforstmitarbeiter. Er koordiniert die Aufräumarbeiten nach dem Sturm in seinem Verantwortungsbereich. „Ich habe alles private Waldbesitzer, die ja für ihre Flächen zuständig sind. Der eine beräumt alles selber, andere beauftragen Firmen zum Aufräumen und mancher vergibt auch den Auftrag, das angefallene Holz noch zu vermarkten. Also spreche ich mit allen Waldbesitzern, wie wir wieder Ordnung schaffen können. Wichtig ist, dass jeder Besitzer wieder die Verkehrssicherheit in seinem Abschnitt herstellt.“

Schwerpunkte der Sturmschäden in Kahls Gebiet sind Briesen, Gulben und Eichow. Im Eichower Wald ist gerade  Christian Barnetz zugange. Er hat hier einen eigenen Waldabschnitt. Der Luckauer ist  Forstunternehmer und hat deshalb auch die nötigen Maschinen, um den Wald aufzuräumen.  Überall an den Wegen liegen schon riesige Stapel Holz, hauptsächlich Kiefernstämme. Auch meterhohe Reisigstapel türmen sich. Das Reisig wird zerhäckselt und daraus werden Pellets gemacht. Die Stämme werden verkauft und sind begehrt. Aber noch bleibt für den  Mann im Harvester viel zu tun: „Ich beräume nicht nur meine Fläche, sondern habe auch Aufträge von anderen Waldbesitzern. Mit dem großen Harvester geht das schneller und einfacher“, sagt der Unternehmer. Er ist einer von drei Forstunternehmern, die derzeit im Burger Revier tätig sind.

„Kleinere Schäden können die Waldbesitzer selbst beräumen, aber bei großen Schäden und Gefahrenquellen sollten Profis geholt werden. Die Gefahren für Leib und Leben sind im Wald sehr hoch und es gibt sehr oft Unfälle bis zum Erschlagen durch Bäume“, mahnt Martin Kahl. Der Revierförster ist für jeden erreichbar und steht allen mit Lösungsvorschlägen zur Seite. Er hilft auch, wenn es um die möglichen Förderungen für sturmgeschädigte Waldflächen geht. Besprochen wird dann auch, wie es nach dem Aufräumen weiter geht, denn es muss ja wieder aufgeforstet werden. So ist in Eichow, parallel zur Straße eine ganze Fläche Robinien einfach weggeknickt, hier muss also wieder etwas wachsen. Etwa ein Drittel der gesamten Holzernte des Jahres wird dieses Jahr aus dem Sturmschadenholz kommen. Das bedeutet mehr Arbeit als sonst, denn das wüst durcheinanderliegende durch Sturm umgeknickte Holz ist schwerer zu beräumen, als  eine  geplante Durchforstung mit Holzgewinnung zu organisieren. Bis zum Sommer sollen alle Sturmschäden im Burger Wald beseitigt sein. „Das schaffen wir auch, denn wir liegen schon jetzt gut im Rennen. Aber ich appelliere an das Verantwortungsbewusstsein aller, die Wälder jetzt möglichst zu meiden, es lauern große Gefahren“, sagt der Revierförster.