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Auf Tour in die Alpen und rings um Steinitz

Geologin Heidemarie Sitschick nahm mehr als 50 Besucher mit auf eine Erkundungstour durch Steinitz, die Steinitzer Alpen bis hin zur Steinitzer Treppe.
Geologin Heidemarie Sitschick nahm mehr als 50 Besucher mit auf eine Erkundungstour durch Steinitz, die Steinitzer Alpen bis hin zur Steinitzer Treppe. FOTO: Marion Hirche/jul1
Steinitz. Ein Ostersonntag, wie der in diesem Jahr, muss Goethe als Vorlage für sein Werk Osterspaziergang gedient haben: "Durch des Frühlings holden belebenden Blick" wurden zahlreiche Männer, Frauen und Kinder zur Wanderung durch die Steinitzer Alpen animiert. Mit der Führung durch die Geologin Heidemarie Stitschick "regte sich Bildung und Streben". Marion Hirche / jul1

Treffpunkt war der Steinitzhof. "Doch an Blumen fehlts im Revier, Sie nimmt geputzte Menschen dafür": Vor den Steinitzer Häusern waren einige blühende Krokusse zu entdecken, aber das Grün an den Bäumen war wirklich noch rar. Auf den Geichtern der Teilnehmer der Wanderung war schon Feiertagsstimmung zu erkennen. Nicht zuletzt war das sicher der Tatsache geschuldet, dass endlich wieder Familienzeit war, Kinder aus Köln oder Friesland besuchten ihre Eltern, gingen mit Groß- und Urgroßeltern auf Wanderschaft.

"Steinitz liegt im Süden von Brandenburg. Hier nennt man den Lausitzer Grenzwall Steinitzer Alpen, denn die höchste Erhebung zwischen Steinitz und Geisendorf lag immerhin 160 Meter über dem Meeresspiegel", war von Heidemarie Sitschick zu erfahren. Sie erklärte auch, dass diese Anhöhe zwar überbaggert wurde, jetzt aber wieder aufgeschüttet wird und dann sogar 170 Meter hoch sein wird.

Die Geologin erläuterte die unterschiedlichen Bauweisen mit Feldsteinen, zeigte den Gästen die lose Feldsteinmauer in dem einstigen Rundling-Ort, die bis 1815 die Grenze zwischen Preußen und Sachsen war. Am alten Gaststättengebäude wusste sie zu berichten, dass es hier einen Biergarten und eine Tanzscheune gab. Hans-Joachim Hudewenz kommentierte: "Meine Oma Anna hat hier gewohnt und die Post ausgetragen".

Der Weg führte vorbei an der alten Mühle, die heute ein schick saniertes Wohnhaus ist, hin zum einstigen Gutshaus. Von dort ist es nicht weit zur Bungalowsiedlung, hinter der sich ein Altbergbau-Lehrpfad befindet. Die Wanderführerin wies auf die besondere Steinitzer Kirche hin, die saniert werden soll und dann ging es bergan Richtung Steinitzer Treppe. Unterwegs entdeckten die Osterspazierer das Steinitzwasser, das einst vier Mühlen antrieb, jetzt aber erstmal durch Bergbaufolgemaßnahmen selbst wieder zum Sprudeln gebracht werden muss.

Endlich auf 140 Meter Höhe angekommen, nutzten viele die Gelegenheit durch Erklimmen der 101 Stufen der Steinitzer Treppe noch höher hinaus zu gelangen. " Ich habe den Tagebau und eine Förderbrücke gesehen. Auch Tropical Islands habe ich entdeckt", schwärmte der zehnjährige Dominic Sitschick. Während Wanda und Frida, Johanna und Tim das fanden, was der Osterhase für sie an der Treppe versteckt hatte, kosteten die Großen den selbst gemachten Eierlikör von Sigrid Berndt, die diese Wanderung organisiert hatte.

Auch der Drebkauer Manfred Witasch war mit seiner ganzen Familie bei der Wanderung dabei - vier Witasch- Generationen. Ein früherer Bergmann aus Altdöbern freute sich über die vielen Informationen, auch die Steinitzerin Carola Raunick erfuhr viel Neues über ihre Heimat. Lediglich einige Teilnehmer waren enttäuscht, dass der Osterhase nicht persönlich mit von der Partie war. Das soll sich aber nächstes Jahr wieder ändern.

Am Freitag wird der Steinitzhof erstmal wieder zum Mittelpunkt für Kulturinteressierte: Am 1. April wird hier um 14 Uhr die Ausstellung "Skulpturen & Malerei von Steffen Beier" eröffnet. Einen Kabarettabend mit der Gruppe "Die Barhocker" soll es am 9. April ab 18.30 Uhr geben. Dafür können unter Telefon 035602 526708 Karten bestellt werden.

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