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Auf Ex-Flugplatz Cottbus-Nord sollen 1000 Jobs entstehen

Die Stadt wird den ehemaligen Heeresflughafen Cottbus-Nord auf den Gemarkungen Kolkwitz, Ströbitz und Striesow für 1,5 Millionen Euro kaufen. Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) spricht vom „wichtigsten Zukunftsprojekt“ für die Stadt und kündigt an: „Wir wollen in den nächsten fünf Jahren auf dem Areal 1000 Arbeitsplätze schaffen.“ Von Jürgen Becker


 „Das ist das
Zukunftsprojekt für Cottbus für die nächsten fünf bis zehn Jahre.“
 Frank Szymanski,
Cottbuser OB


Das Gelände, das die Stadt erwerben wird, umfasst 327 Hektar Fläche - das ist in etwas so groß wie 650 Fußballfelder. Bis zur Stadtmitte sind es zu Fuß 15 Minuten. Die Universität befindet sich in direkter Nachbarschaft. All das seien Standortvorteile, mit denen der OB bei möglichen Investoren punkten will. Sein zweites Hauptargument ist der Preis: Für fünf bis zehn Euro pro Quadratmeter soll das Areal vor allem an Industrieunternehmen weiterverkauft werden.
„Weil wir bislang keine adäquaten Flächen für deren Ansiedlung hatten, haben wir deutlich zu wenig produzierende Industrie in der Stadt“ , erklärt Oberbürgermeister Szymanski. Das habe eine Analyse des Arbeitsmarktes ergeben. „Deshalb richten wir den Fokus genau auf diesen Bereich.“ Die Stadtverordneten hätten mit einer Gegenstimme sowohl dieser Ausrichtung als auch dem Flächenkauf während der jüngsten Sitzung mehrheitlich zugestimmt. „Denn wenn ein Investor auf uns zukommt, der eine 4000 Quadratmeter große Halle aufstellen will, können wir ihm die Fläche dafür derzeit nicht anbieten“ , erläutert Szymanski den Hintergrund.
In das neue Industriegebiet gelockt werden sollen laut Szymanski vor allem Unternehmen aus den Branchen Energie und Umwelt, die als Wirtschaftskern für die Stadt vom brandenburgischen Wirtschaftsministerium benannt worden sind. Das Ministerium gewährt Investoren, die sich neu ansiedeln wollen, eine höhere Förderung, wenn sie sich an einem Schwerpunktort ihrer Branche niederlassen und dort die Wertschöpfungskette stärken.
Derzeit gibt es in der Stadt Cottbus etwa 40 Gewerbegebiete. „Eigentlich sind das zu viele“ , sagt Szymanski. Zudem seien die dortigen Quadratmeter-Preise zu hoch für die Ansiedlung großer Unternehmen gewesen. „Da sind sicherlich auch Fehler in der Vergangenheit gemacht worden“ , so Szymanski, die nun korrigiert werden müssten. „Wir werden uns von zehn bis zwölf Gewerbegebieten trennen, in denen sich zu wenige Betriebe angesiedelt haben.“ Sie würden demnächst der Natur zurückgegeben oder anderwertig vermarktet, zum Beispiel als Baugrundstücke für Eigenheime.
Der Flugplatz-Kaufvertrag mit dem Bund soll in den nächsten Tagen geschlossen werden, sagt Szymanski. Neben den 1,5 Millionen Euro habe die Stadt die Kosten für die Munitionsbergung und Altlastensanierung zu tragen. Szymanski rechnet dafür mit insgesamt weiteren 3,5 Millionen Euro Aufwand, der aber im Zuge der Erschließung erst nach und nach entstehe. Der Erlös aus den Flächenverkäufen solle unter anderem dafür verwandt werden, sagt Szymanski.
Entwickelt werden soll das neue Industriegebiet von Ost nach West. Nach Abzug eines Abstandes von 300 bis 500 Metern zur Wohnbebauung, der einzuhalten ist, stünden für Ansiedlungen etwa 100 Hektar zur Verfügung, so Szymanski. Nach Nordosten sei diese Fläche noch um 40 bis 50 Hektar erweiterbar. „Kleinere Teile des Areals gehören noch Privatbesitzern“ , sagt Szymanski. „Mit ihnen werden wir das Gespräch suchen. Bei den Planungen werden wir das berücksichtigen.“
Eine weitere Nutzung des Geländes als Flugplatz, der sich ohnehin nicht rechnen würde, schließt Szymanski kategorisch aus. Auch auf dem Gelände großflächig Solaranlagen zu installieren, komme nicht in Frage, so der OB. „Solche Anfragen hatte es bereits geben.“
Eventuell wird die Landebahn zur Straße umfunktioniert und nach Westen ausgebaut. Der Industriegebietsverkehr solle dann über die Burger Chaussee und über den künftigen Mittleren Ring angebunden werden, erklärt Szymanski. „Die ersten Flächen wollen wir Ende des Jahres verkaufen.“