ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:30 Uhr

Kurios
Zwei Cottbuser auf der Suche nach der Kanone

 Mit 10 000 Euro geben die Bestohlenen den Wert der Kanone an. Zweieinhalb Jahre Arbeit stecken in ihr.
Mit 10 000 Euro geben die Bestohlenen den Wert der Kanone an. Zweieinhalb Jahre Arbeit stecken in ihr. FOTO: Verein
Cottbus. Das teure Teil Marke Eigenbau wurde Andreas Lattke samt Anhänger in der Nacht gestohlen. Von Daniel Schauff

Seltene und seltsame Beute haben Diebe in der Nacht von Donnerstag auf Freitag gemacht – eine Kanone. Die war in einem Anhänger in der Saspower Hauptstraße gelagert. Als Andreas Lattke und Lebensgefährtin Jana Buchelt am Morgen vor die Tür traten, war der Anhänger weg. Mitsamt Kanone.

„Wir haben 10 000 Euro als Schaden angegeben“, sagt Jana Buchelt. Das sei womöglich noch untertrieben. Für die Kanone hätten sie und ihr Lebensgefährte speziellen Stahl verbaut. Zweieinhalb Jahre hätten sie in den Bau gesteckt. Der ideelle Wert, sagt Jana Buchelt, sei noch weit höher.

Jana Buchelt und Andreas Lattke fahren leidenschaftlich gern zu Meisterschaften, sind Kanoniere durch und durch. Fotos bei Facebook zeigen Andreas Lattke bei seinem Hobby. „Zweieinhalb Jahre harte Arbeit Eigenbau, um mit dieser Kanone meinen Traum zu leben und zu zeigen“, schreibt das Diebstahlopfer dazu. Und weiter: „Bitte bringt sie mir wieder oder teilt anonym mit, wo ich sie finden kann.“

Bis jetzt allerdings gibt es keine Spur von Lattkes Werk. Am Freitagmorgen, sagt Jana Buchelt, sei der Anhänger noch in Peitz und bei Forst gesehen worden. Früh morgens war das, so früh, dass sich Bekannte gewundert hätten, dass die beiden schon so früh unterwegs seien. Das Perfide: Die Täter hatten vor den Anhänger genau das gleiche Auto gespannt, das auch Jana Buchelt fährt. Normalerweise, sagt sie, stehe der Wagen vor dem Anhänger, nur in dieser Nacht nicht. Da war ihr Auto in der Werkstatt.

Für sie ist klar: Das war eine geplante Tat. Die Diebe hätten genau gewusst, dass das Auto nicht da ist. Was da allerdings im Anhänger ist, hätten sie womöglich nicht gewusst, sagt Jana Buchelt. Sie glaubt, es sei den Tätern nur um den Anhänger gegangen. Deshalb haben sie und ihr Lebensgefährte auch die Straßenränder und Waldstücke zwischen Cottbus und der polnischen Grenze abgesucht. Vielleicht, so die Hoffnung, haben die Diebe die Kanone einfach abgeladen und sind weitergefahren. Leider nein, zumindest hat bislang niemand die teure Ladung entdeckt.