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| 18:42 Uhr

Drachenboottraining in Cottbus
Die Trommeln schweigen

Noch nicht im Takt: Tauschreporterin Bettina Köhl probiert mit dem Team Vestas Wind aus, wie man im Drachenboot paddelt.
Noch nicht im Takt: Tauschreporterin Bettina Köhl probiert mit dem Team Vestas Wind aus, wie man im Drachenboot paddelt. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Auf der Spree trainieren die Drachenbootfahrer für die anstehenden Rennen. Anmeldungen sind noch möglich. Bettina Köhl

Fast lautlos gleitet das Drachenboot durchs Wasser. Die Männer und Frauen am Paddel müssen ihren Rhythmus selbst finden, ohne einen Trommler, der lautstark den Takt vorgibt. Die Sportler nehmen Rücksicht, denn es gab Beschwerden. „Deshalb trainieren wir jetzt ohne Trommeln“, berichtet Kathrin Kunschke, Drachenbootwartin beim ESV Lok RAW Cottbus. Drachenboote haben eine mehr als 2000 Jahre alte Tradition, sie kommen urspünglich aus China. Auch in Cottbus werden die Boote „Ludwig“ und „Frida“ für die anstehenden Rennen mit traditionellen Drachenköpfen und gezackten Schwänzen geschmückt. Beliebt ist der Sport als teamfördernde Maßnahme in Firmen, aber auch bei Nachbarn und Vereinen. Jeder kann sich in Cottbus anmelden.

Die Vorjahressieger der Drachenbootregatta haben sich bereiterklärt, die Tauschreporterin aus Bonn für eine Runde mitzunehmen. „Zuerst mal richtig hinsetzen“, sagt Kathrin Kunschke, die das Team „Vestas Wind“ trainiert. Die Hüfte an die Außenwand, mit den Füßen abstützen, und schon kann es losgehen. Es ist bei den ersten Paddelbewegungen gar nicht so einfach, weder den Hintermann zu stören noch aus Versehen mit dem Paddel im Wasser zu bremsen. „Immer am Vordermann orientieren“, rät die Trainerin, und schon läuft es besser. Die Sportler von „Vestas Wind“ sind schon gut aufeinander eingespielt, das Boot nimmt schnell Fahrt  auf.

Das Team tritt in diesem Jahr zum ersten Mal bei der Nachtregatta an und hat natürlich den Titel im Blick. Im Boot sitzen auch Frauen, doch die sind beim Nightrace im Gegensatz zu den anderen Rennen nicht Pflicht. Der Spaß steht beim Drachenbootfahrern im Vordergrund – „ein bisschen auf dem Wasser herumpaddeln und sich anschreien lassen“, wie ein Sportler augenzwinkernd sagt. Kühle Getränke gibt es natürlich auch.

Das Startsignal lautet bei allen Rennen „Are you ready - Attention - go“. Wer bei der Nachtregatta mitmacht, erlebt die beleuchtete Spree von einer neuen Seite. Am Bootshaus dürfen die Teams Tische und Pavillons aufbauen. Für das Publikum gibt es Stände mit Gegrilltem, Kuchen und Getränken, außerdem einen Spielbereich für Kinder. Selbst Grillen ist nicht erlaubt. „Hier gibt es Essen und Trinken für den guten Zweck. Das Geld fließt in die Jugendarbeit“,  sagt die Drachenbootwartin. Mehr als 30 Ehrenamtliche sind bei den Veranstaltungen im Einsatz.

Bis zum ersten Rennen müssen noch ein paar störende Wasserpflanzen aus dem Flussbett gezogen werden. Bei passendem Wetter springen dafür die Jugendlichen des Vereins in die Spree. Zeit zum Üben ist auch noch: In jeder Startgebühr sind zwei Mal eine Stunde Training beim Verein enthalten. Wer trotzdem keine Spitzenzeiten fährt, kann bei der Drachenbootregatta am 30. Juni auch mit originellen, lustigen Kostümen punkten. Das Team „Sanzeberg Oldies“ der Seniorenresidenz war da bisher besonders erfolgreich.

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reportertausch_100x100_BDZV FOTO: BDZV