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| 01:29 Uhr

Auf den allerersten Eindruck kommt es an

Etikette-Beraterin Marlis Rhinow macht LWG-Azubis fit in Sachen Knigge. Das richtige Binden einer Krawatte gehört dazu. Foto: Nicole Nocon
Etikette-Beraterin Marlis Rhinow macht LWG-Azubis fit in Sachen Knigge. Das richtige Binden einer Krawatte gehört dazu. Foto: Nicole Nocon FOTO: Nicole Nocon
Cottbus. Marlis Rhinow aus Drebkau weiß, genau was sich gehört. Sie ist Expertin in Sachen Stil und Etikette und bietet Seminare zu modernen Umgangsformen an. Die Lausitzer Wasser GmbH (LWG) nutzt diese Kompetenz und lässt von ihr die Umgangsformen ihrer Auszubildenden aufpolieren. Von Nicole Nocon

Die jungen Herren, die Marlis Rhinow gegenübersitzen, haben die erste Hürde in Sachen gutes Benehmen schon genommen. Sie haben während ihrer Vorstellungsgespräche bei den LWG-Ausbildern einen positiven Eindruck hinterlassen und haben eine Lehrstelle bekommen. Die LWG legt bei ihren Mitarbeitern Wert auf ordentliche Umgangsformen und lässt ihre Neuzugänge gleich in der ersten Ausbildungswoche fit in Sachen Knigge machen. "Jeder LWG-Mitarbeiter sollte sich bewusst sein, dass er eine Visitenkarte seines Arbeitgebers ist. Wir als Ausbilder sehen es als unsere Pflicht und Verantwortung, dass unsere Azubis wissen, wie sie sich zu verhalten haben", sagt Egbert Schneider, der Gruppenleiter der LWG-Lehrwerkstatt.

Das Eintagesseminar bei Marlis Rhinow soll sie dabei unterstützen. Die LWG lässt ihren Auszubildenden viel Freiheit, wenn es um das äußere Erscheinungsbild geht. Sie akzeptiert den individuellen Kleidungs- und Frisurenstil ihrer Azubis. Marlis Rhinow klärt die jungen Männer darüber auf, was im Beruf und bei öffentlichen Anlässen als korrekte Kleidung gilt. Schweißgeruch und dreckige Fingernägel lässt sie nicht durchgehen. Nebenbei bringt sie ihnen auch bei, wie die beiden wichtigsten Krawattenknoten gebunden werden.

"Der erste Eindruck wird zu 93 Prozent nonverbal, also vom Gefühl bestimmt", betont sie. Dieser Eindruck werde neben der Kleidung auch maßgeblich durch die Körpersprache geprägt, erklärt sie. Die Etikette-Trainerin wertet nach kurzen Präsentationen aus, wie jeder der einzelnen Lehrlinge wirkt, ob Mimik und Gestik Verlegenheit verraten, ob die Hände in die Hosentaschen gesteckt wurden oder ob die Sprache zu flapsig war.

Kritischer Blick in den Spiegel

Vor allem schärft sie den kritischen Blick auf das eigene Auftreten. "Der Ausbildungserfolg ist abhängig von einem guten Mix von fachlicher und sozialer Kompetenz", sagt Marlis Rhinow. "Zur sozialen Kompetenz gehört unter anderem, dass man weiß, wie man auf jemand zugeht, wie man mit anderen umgeht, dass man kritikfähig ist und weiß, wie man sich im Team zu verhalten hat. Wer damit keine Probleme hat, hat im Berufsleben Vorteile und kommt im Kontakt zu Vorgesetzten, Kollegen und Kunden gut an", betont die Etikette-Beraterin, deren Dienste nicht nur von der LWG genutzt werden. Auch von der Cottbuser Stadtverwaltung, den Senftenberger Wasserbetrieben sowie von einigen Lausitzer Schulen wurde sie bereits engagiert. Mit LWG-Azubis arbeitet sie schon zum wiederholten Mal. "Die Resonanz bei unseren Auszubildenden ist sehr gut", sagt Egbert Schneider.

Gutes Benehmen ist zeitlos

Marlis Rhinow vermittelt "Moderne Etikette". Deshalb ist neben dem korrekten Begrüßen, an dem sich seit Knigges Zeiten wenig geändert hat, auch der richtige Umgang mit elektronischen Medien, das korrekte Abfassen von Emails oder das manierliche Telefonieren mit dem Handy Inhalt ihrer Seminare.

Die LWG-Azubis waren am Ende des Seminars etwas souveräner auf dem Terrain des Freiherrn von Knigge unterwegs. Und Marlis Rhinow bereitet sich bereits auf ihren nächsten Kurs vor: In einem Cottbuser Hotel wird sie demnächst ein Abendessen moderieren, bei dem die Teilnehmer ihre Tipps zu gutem Benehmen bei Tisch gleich in die Tat umsetzen können. "Knigge hat wieder Konjunktur", bestätigt die Fachfrau in Sachen Benimm.