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| 18:07 Uhr

Cottbus
Auf dem Weg zum Ostsee

Luftaufnahmen vom Cottbuser Ostsee im Herbst 2017.
Luftaufnahmen vom Cottbuser Ostsee im Herbst 2017. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Noch ein Vierteljahr dann soll der Wasserhahn für den künftigen Ostsee aufgedreht werden. Doch noch fehlt das grüne Licht aus dem Landesbergamt. Von Peggy Kompalla

Das Bergbauunternehmen Leag will im November mit der Flutung des Cottbuser Ostsees beginnen. Doch die dafür nötige Genehmigung ist derzeit noch in Arbeit beim Landesbergamt in Cottbus. Präsident Hans-Georg Thiem erklärt auf RUNDSCHAU-Nachfrage: „Nach dem letzten Erörterungstermin im Mai arbeiten wir mit Hochdruck daran, dass wir Ende des Jahres einen rechtskräftigen Beschluss für das Planfeststellungsverfahren vorliegen haben.“ Erst mit dieser Genehmigung dürfe der Wasserhahn aufgedreht werden. Der Präsident lässt durchblicken, dass die Behörde bestrebt ist, bis zum Wunschtermin abzuliefern.

Der November ist vonseiten des Bergbauunternehmens mit Bedacht gewählt. Zum einen wird bis dahin die „Badewanne“ – wie es Leag-Chefgeologe Ingolf Arnold gern formuliert – fertig sein. Zum anderen will das Unternehmen die Winterzeit mit den stärkeren Niederschlägen nutzen, um die Flutung zu optimieren.

Bis dahin bleibt eine der wichtigsten Fragen offen: Wird der Ostsee künftig als Wasserspeicher genutzt? Diese Entscheidung obliegt den Fachleuten der Landesbehörden. Doch die wollen sich vorab nicht in die Karten sehen lassen, wie Landesbergamtpräsident Hans-Georg Thiem betont. „Wir sind mit unserer Partnerbehörde, dem Landesumweltamt, in ständiger Abstimmung. Wir werden zum Speicher keine Vorab-Informationen geben“, erklärt er. Während sowohl die Stadt Cottbus als auch die Leag kein Interesse an einer Speicherfunktion des Ostsees haben, favorisiert der Landkreis Spree-Neiße einen Stausee.

Unabhängig von der noch ausstehenden Genehmigung und den damit verbundenen Vorschriften laufen die Vorbereitungen für die Flutung. So ist der Einlauf bei Lakoma bereits im Dezember 2017 fertiggestellt worden. Damit können bis zu 5000 Liter Wasser pro Sekunde aus dem Hammergraben in den See fließen.

Die Stadt Cottbus hat ebenfalls losgelegt und im Juli den ersten Spatenstich für die Kaimauer am künftigen Stadthafen gesetzt. Vergessen scheint der Ärger über die Verdopplung der Baukosten für das 831 Meter lange Bauwerk. Wie genau das Hafen-Quartier aussehen soll, wird derzeit von den Hamburger Architekten Niels-Arne Fehlig und Mehdi Moshfeghi ausgearbeitet. Die Grundstruktur haben sie bereits gemeinsam mit den Landschaftsarchitekten vom Gartenlabor Bruns – die ebenfallls aus der Hafenstadt Hamburg stammen – geliefert. Beide Büros hatten sich im Wettbewerb durchgesetzt. Sie überzeugten die Jury mit ihrem fast unspektakulären und strukturorientierten Entwurf.

Ein Hafenstadt-Gefühl ist bei den Cottbusern noch nicht aufgekommen. Ganz anders sieht das bei den direkten Anrainern aus – in Schlichow, Willmersdorf und Merzdorf. Die Ortsteile können es kaum erwarten, dass sich das Loch vor ihrer Nase endlich in einen See verwandelt.

Mit den See-Gefühlen wollen sie endlich auch die Städter anstecken. Die Neugierde wächst. Die Seegänge des Ostseefördervereins finden immer mehr Teilnehmer. Der nächste ist am 16. September geplant. Vorher wird in Merzdorf groß gefeiert – am 26. August beim Ostseefest rund um den Aussichtsturm.