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Arbeitseinsatz auf dem Sonnenhügel

Bei dem schönen Wetter zum Wochenauftakt machte den Weinlesern auf dem Klein Oßniger Sonnenhügel das sammeln der Trauben viel Spaß. Die Weinlese Südbrandenburgs hat begonnen.
Bei dem schönen Wetter zum Wochenauftakt machte den Weinlesern auf dem Klein Oßniger Sonnenhügel das sammeln der Trauben viel Spaß. Die Weinlese Südbrandenburgs hat begonnen. FOTO: Hirche/jul1
Klein Oßnig. Am Montag hat auf dem Sonnenhügel in Klein Oßnig die diesjährige Weinlese begonnen. Acht fleißige Männer und Frauen sind mit Handschuhen, Eimern und Gartenscheren den Reben der Sorte "Solaris" zuleibe gerückt. Marion Hirche / jul1

"Diese Sorte ist eine der ersten, die reif ist. Wir hatten ein durchwachsenes Jahr, aber die Trauben sind gut, sie haben ca.85 Oechsle", sagt Weinbergbesitzer Martin Krause.

Zusammen mit seiner Frau Karola hat er vor sechs Jahren auf diesem traditionsreichen Standort begonnen, Rebstöcke anzupflanzen. 2000 haben sie zusammen mit Freunden im Frühjahr auf etwa 0,4 Hektar in den Boden gebracht. Drei Sorten sind auf dem "Sonnenhügel" vertreten: Solaris, Regent und Johanniter. Seitdem gab es jedes Jahr immer mehr Wein aus den Klein Oßniger Trauben, die in Jessen/Elster bei der Firma Hanke verarbeitet werden. 2016 wurde sogar der erste Sekt aus Trauben des Jahrgangs 2014 vorgestellt. Damals wurde dann auch erstmals eine Weinkönigin gekürt. Carola Koch aus Cottbus übernahm dieses Repräsentationsamt, weil sie Wein liebt und sich durch Besuche auf anderen Weinbergen viel Wissen angeeignet hat. Sie berichtet auch über die Geschichte des Sonnenhügels: "Bis etwa 1850 wurde dieser Weinberg betrieben. Krauses haben ihn wieder belebt."

Am Montag war Carola Koch auch unter den fleißigen Helfern. Schärpe und Festkleid blieben zuhause. "Das macht Spaß, wenn man hier helfen kann. Es ist schließlich unser Interesse", sagte die Weinbergmajestät.

Die Ernte ist etwas geringer als im letzten Jahr. Durch die Minusgrade im April, in den Nächten waren bis zu minus fünf Grad und Krauses haben zweimal Feuer im Berg gemacht, um noch mehr Schaden abzuwenden, sind doch einige Pflanzen erfroren. Aber es wurden trotzdem noch genügend Knospen gebildet. Auch der starke Regen im Juli war nicht gut für den Wein, denn viele Trauben begannen zu faulen, Wespen- und Fliegen sind in Scharen auf dem Rebstockfeld eingeflogen und haben Schaden angerichtet. Aber Krauses jammern nicht: "Bei den Bedingungen hätte es noch viel schlimmer kommen können, wir haben nur etwa ein Drittel weniger Trauben", betont Martin Krause.

Die gut sortierten Trauben wurden gestern noch nach Jessen geschafft. Schon am 10. September kann jeder sich von der Qualität der diesjährigen Reben überzeugen. Dann wird die Weinkönigin wieder ihr schönes Kleid tragen und die Gäste mit Federweißem begrüßen. Zwischen 12 und 18 Uhr wird auf dem Klein Oßniger Sonnenhügel gefeiert. Neben dem leckeren Getränk dieses Jahres gibt es natürlich auch die Rot- und Weißweine der vorangegangenen Jahre zu trinken. Es gibt Zwiebelkuchen und Kuchen zum Kaffee am Nachmittag. Martin Krause lädt zu Weinbergführungen ein.